Re: Antischwabismus im Kinderlied :-)
GMarco <[email protected]>
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Guenther Fischer schrieb am Montag, 11. Oktober 2021 um 10:39:02 UTC+2: > On 11. Oct 2021, Diedrich Ehlerding wrote > (in article <[email protected]>): > > Liebe Schwaben, > > > > ich bitte um Entschuldigung - ich (als Norddeutscher) verstehe ztwar > > heschriebenes Schwäbisch und lese gern hier mit, aber ich kanns nicht > > aktiv schreiben. > > > > Beim Blick in die heutige Zeitung wurde ich aber an Schwaben erinnert; > > vielleicht schmunzelt ihr ja auch. > > > > Also hier ein Ausschnitt aus der hiesigen Tageszeitung, die sich um euer > > seelisches Wohlbefinden Gedanken macht: > > > > > „Das Lied von den ,Drei Chinesen’ geht auch gar nicht mehr“, sagten > > > sie nun. Um die politische Vertretbarkeit des Textes ist ja unlängst > > > eine Debatte entbrannt. Auch meine Töchter werfen dem Lied, wenn ich > > > es richtig verstanden habe, eine latente Kontrabassfeindlichkeit vor. > > > „Ich kenne Lieder, die noch viel schlimmer sind“, sagte ich düster – > > > und summte los. > > > > > > „Auf de schwäb‘sche Eisebahne gibt es viele Haltstatione ...“ Schon > > > in > > > den ersten Zeilen parodiert das scheinbar harmlose Kinderlied in > > > entwürdigender Weise den Dialekt einer Minderheit, die es auch nicht > > > immer leicht hat. > > > > > > „Stuegert, Ulm und Biberach, Meckebeure, Durlesbach“ – diese > > > Auflistung von Ortsnamen fixiert alle Schwäbinnen und Schwaben dann > > > auf ein bestimmtes Habitat und negiert pauschal mögliche > > > Migrationserfahrungen. > > > > > > Es geht schließlich um einen dummen Bauern, der seinen Geißbock > > > hinterm Zug anbindet und damit versehentlich umbringt. Es ist das > > > Klischee des hinterwäldlerischen Häuslebauers, des kleingeistigen > > > Kleinsparers. Der Text bedient hemmungslos antischwäbische Stereotype. > > > Als alter norddeutscher Nicht-Schwabe kann ich die Betroffenheit der > > > Betroffenen natürlich gar nicht recht nachfühlen. „Aber dieses Lied > > > wimmelt vor unerträglichen Antischwäbismen“, sagte ich. > > > > > > Meine Töchter verdrehten die Augen. Vermutlich nahmen sie meine > > > emotionale Aufgewühltheit nicht ernst. Ich finde aber, dass unsere > > > Gesellschaft jeder Form von Schwabendiskriminierung entschieden > > > entgegentreten muss. Alle Skandalstellen dieses Liedes werde ich > > > künftig streichen. Übrig bleibt dann noch eine politisch garantiert > > > saubere Grundbotschaft: „Trulla, trulla, trullala!“ > Oh, auch da könnte sich irgendeine Trulla melden und sich diskriminiert > fühlen.... D Schwaoba kenned scho auf sich aufbassa. Wenn wirglich agr nex meh hilfd, dann drehd ma hald sei schbrichwoerdlicha Guadmiedigkoit zrugg. Felld mr a Widsle ei: Ein Schudend schbadsiert ieber a Wies, die wo dr Bauer bald maeha will. Dr Bauer griagd an roda Kobf ond schreid en a: "Gugg dass von meiner Wies ronderkommsch, sondschd drabb e dir s Greids a!" Dr Schudend: "Oh entschuldigung, ich wusste nicht, dass das Betreten der Wiese verboten ist!" Dr Baur: "Ha deshalb sag i 's ja z erschd em guada!" Dr Marco