Re: Schriftart nicht im Mapping File

"Reinhard Kotucha" (via tex-d-l Mailing List) <[email protected]>
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Message-ID <[email protected]>
On 2024-03-22 at 08:53:26 +0000, Garcia Victoria, Robin (via tex-d-l Mailing List) wrote:

 > Hallo zusammen, 
 > 
 > mit Gnuplot habe ich Grafiken erstellt, die als Postscript-Datei
 > vorliegen (*.ps).  Gnuplot verwendet bei der Erstellung der
 > Grafiken offenbar die Schriftart "Helvetica".

Hallo Robin,
wenn Du die Graphik in ein Dokument einbinden willst solltest Du .eps
erzeugen, etwa mit

  set term postscript eps

Früher ging auch mal

  set term eps

soweit ich mich erinnere, aber das ist nicht sehr gut dokumentiert.
Ich vermisse eine Liste der veschiedenen Terminals.

Auf jeden Fall solltest Du eine BoundingBox erhalten die nur Deine
Graphik umschließt und nicht die ganze Seite.  Die BoundingBox ist ein
Kommentar am Anfang der ps/eps-Datei.

Diese Datei kannst Du dann mit epstopdf in eine PDF-Datei umwandeln,
die Du direkt mit pdflatex, lualatex oder xelatex verwenden kanst.

epstopdf benutzt Ghostscript für die Konvertierung.  Ghostscript
beinhaltet die entsprechenden URW-Fonts, die andere Namen haben als
die Adobe-Fonts, enthält aber Aliase sodaß man in PostScript-Dateien
die Adobe-Namen verwenden kann.

Der URW-Name für Helvetica ist übrigens NimbusSans-Regular.

In der mit epstopdf erzeugten PDF-Datei sind die Fonts integriert und
somit ist die Datei portabel. 

 > dvips meldet dann, dass die Schriftart (z.B Helvetica) nicht im
 > Mapping File vorhanden sei.

Wenn dvips trotzdem eine gültige PostScript Datei erzeugt wird
Ghostscript dann NimbusSans-Regular einbinden, selbst wenn Helvetica
gefordert wird.  Allerdings sehe ich keinen Vorteil, den Umweg über
dvips zu gehen.

 > Ich habe daher mit "updmap" neue Mappingfiles erzeugt.  Laut
 > Dokumentation sollen die Mappingfiles nicht von Hand angepasst
 > werden.
 > 
 > Ich verwende Debian Bookworm/12 und benötige die folgenden
 > Schriftarten:
 > 
 > - Times
 > - Times-Italic
 > - Helvetica
 > 
 > Im Repository von Debian finde ich die drei Schriftarten leider
 > nicht.  Sollte ich die fehlenden Schriftarten über das
 > Betriebssystem installieren oder über Tex-Live?

 > Ich habe auch "getnonfreefonts --sys --lsfonts" versucht, aber da
 > tauchen die Schriftarten leider auch nicht auf.

Wie gesagt, das sind proprietäre Schriften die getnonfreefonts nicht
verbreiten kann.

 > Über "apt-get install texlive ttf-mscorefonts-installer" konnte ich
 > zumindest die Schriftart "Times" installieren.

Das sind aber TrueType-Fonts, die Du nicht so ohne weiteres in
PostScript-Dateien verwenden kannst.
 
 > Wenn ich in "/var/lib/texmf/fonts/map/dvips/updmap/psfonts.map"
 > nach "Times" oder "Helvetica" greppe, habe ich keinen Treffer.
 > 
 > Wie bekomme ich die drei fehlenden Schriftarten in das Mapping-File?
 > 
 > Ich habe diesen Link hier gefunden:
 > https://tug.org/texinfohtml/dvips.html#Making-a-font-available Bin
 > ich da auf dem richtigen Weg?

Nicht wirklich.  Da wird beschrieben wie man die Metrik-Dateien und
virtuellen Fonts für TeX erzeugt, das ist ein anderes Thema.

Versuche mal den Weg über epstopdf.  Ich muß zugeben daß ich Gnuplot
schon lange nicht mehr benutzt habe, und damals mit 'set term mp',
Bearbeitung der Metapost Datei, um überhaupt etwas akzeptables heraus
zu bekommen.  Der Output von Gnuplot war einfach zu schlecht. 

Mit pgfplots erhält man tausendmal bessere Ergebnisse, ist nicht auf
die Adobe-Schriften angewiesen (die nicht einmal zueiander passen)
sondern kann alle in LaTeX verfügbaren Schriften verwenden, die
Schriftgrößen passen zu denen im Text, auch wenn man die Größe der
Graphik ändert, Farben lassen sich optional mit xcolor spezifizieren,
etc.  Man benötigt auch keine externen Programme.

Gnuplot ist zwar in den letzten Jahren verbessert worden, aber die
Funktionalität und Qualität von pgfplots wird niemals erreichbar sein.

   texdoc pgfplots 

Das ist sicherlich der einfachere Weg, auf jeden Fall aber der bessere.

Alles Gute,
  Reinhard

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