Re: Maximale Fehlerzahl erhöhen

"Markus Kohm" (via tex-d-l Mailing List) <[email protected]>
Newsgroups gmane.comp.tex.german
Organization KOMA
Message-ID <[email protected]>
Am Montag, 7. April 2025, 19:14 schrieb Dr. Werner Nowatzky:
> Gleichwohl halte ich die ursprüngliche Frage für durchaus interessant: kann
> man die willkürliche Grenze irgendwo konfigurieren? Und, falls ja, wie?

Davon abgesehen, dass eher nein, würde es oft auch wenig bringen. Wenn die 
Grenze überschritten wird, bedeutet das nämlich, dass man entweder einen 
Fehler in sehr häufig verwendetem Code hat. Dann ist es nur eine Frage der 
Zeit, bis die neue Grenze wieder überlauft. Außerdem lohnt sich die Behebung 
eines solchen Fehlers natürlich umso mehr.

Oder aber – IMHO weit häufiger – der Fehler führt zu vielen Folgefehlern, weil 
TeX bei dem Versuch, einen (syntaktisch) korrekten Zustand zu erreichen, den 
eigentlichen Fehler eben nicht (mehr oder weniger zufällig) beseitigen kann 
und deshalb immer weitere Fehler teils in eigentlich vollkommen korrektem Code 
auftreten. In solch einem Fall ist das Risiko eines fehlerhaften Ergebnisses 
besonders hoch und auch das Risiko, dass TeX einen Zustand erreicht, in dem 
eben nur noch ein Abbruch bleibt.

In jedem Fall wäre die Tatsache, dass TeX eine Möglichkeit findet, irgendwie 
fortzufahren, keinerlei Hinweis darauf, dass das Ergebnis korrekt oder auch 
nur brauchbar ist. Versteckte Fehler im Ergebnis sind dann vorprogrammiert. 
Ich würde niemals einem Dokument vertrauen, dass auf dem Weg erzeugt wurde.

Im Support habe ich auch schon oft erlebt, dass Fragen zu angeblich falschen 
Darstellungen gestellt wurden, bei denen sich dann herausgestellt hat, dass 
der Anwender Fehlermeldungen schlicht mit der Begründung ignoriert hat, es 
werde ja ein PDF ausgegeben. Die Beseitigung der gemeldeten Fehler – manchmal 
vieler, oft musste aber nur der erste beseitigt werden, um alle los zu werden 
–, hat dann in vielen Fällen auch die Darstellungsfehler behoben.

Bei Fragen nach der Heraufsetzung anderer Limits wie irgendwelcher 
Speicherbegrenzungen von PDFTeX und XeTeX ist es häufig übrigens ebenfalls so, 
dass das oft nichts bringt, weil die eigentliche Ursache nicht die Begrenzung, 
sondern ein Fehler im Code ist. Und in den anderen Fällen lohnt es sich meist, 
LuaLaTeX zu verwenden (was ja im Ausgangsfall bereits getan wird).

Gruß
Markus
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