Re: Fehler cls-Datei
"Markus Kohm" (via tex-d-l Mailing List) <[email protected]>
| Newsgroups | gmane.comp.tex.german |
|---|---|
| Message-ID | <[email protected]> |
Am Donnerstag, 10. April 2025, 13:33 schrieb Ralf Steinle:
> Na ja, da scheint die headlinesep ein bisschen zu viel Platz in der Höhe
> einzunehmen, als das eingestellte Layout zur Verfügung stellt. Und zwar
> knapp 3pt.
Das kommt vermutlich durch
| \renewcommand{\baselinestretch}{1.33}
zustande. Davon abgesehen, dass man besser \linespread verwendet, statt
\baselinestretch umzudefinieren, betrifft das natürlich auch die Kopfzeile. Die
voreingestellt Höhe derselben sieht das aber nicht vor. Also sollte entweder
dafür sorgen, dass die Kopfzeile mit \linespread{1} gesetzt wird, oder man
sollte die größere Kopfhöhe bei den Optionen für geometry berücksichtigen.
Was besser ist, hängt davon ab, welches Ergebnis man will.
Übrigens verwendet die Wrapper-Klasse diverse veraltete Optionen, deren Ende
inzwischen fest geplant ist. Besonders witzig finde ich, dass die Klasse eine
Option 12pt (als einzige Schriftgrößenoption) definiert und bei \ExecuteOptions
13pt als Voreinstellung angibt. Auch ist schwer verständlich, warum einige
Optionen explizit definiert werden, um sie an scrbook weiterzuleiten und die
übrigen über ein pauschales \DeclareOption*.
Nachteilig finde ich auch, dass die Klasse auf PDFLaTeX beschränkt ist. Bei der
Definition von \Preface, \Ack, \Abstract würde ich ja eher die Verwendung von
\addchap empfehlen. Die \changefont-Anwweisung würde ich ganz weglassen. Warum
nicht gleich \usefont verwenden, wenn man es denn überhaupt braucht? Die
meisten Anwender werden die Anweisung (hoffentlich) nie benötigen.
Auch die Sprachumschaltung könnte man besser machen.
Ich rate auch immer wieder ab von:
| \clubpenalty = 10000
| \widowpenalty = 10000
| \displaywidowpenalty = 10000
Das provoziert geradezu underfull \vbox Meldungen und die Anwender wissen dann
nicht, wie sie das einzuschätzen haben.
Statt der \fontfamily{phv} in diversen Schrifteinstellungen würde ich außerdem
darüber nachdenken, \sfdefault passend zu ändern, allerdings eher per Paket
helvet (oder besser durch tgheros, so wie ich auch eher nicht mehr zu
mathptmx, sondern zu tgtermes oder newtxtext+newtxmath greifen würde).
Dass man \RequirePackage[utf8x]{inputenc} schon lange nicht mehr verwenden
sollte, wurde ja bereits erwähnt. Die Zeile am besten weglassen oder für
extrem veraltete TeX-Installationen zumindest utf8x durch utf8 ersetzen.
Achja:
| \color[cmyk]{0,0,0,1}
Ist ebenfalls nur selten sinnvoll. Zumal das keinen Einfluss auf \normalcolor
hat.
Und bei \fontsize{15}{15} sollte man natürlich für den Grundlinienabstand
(zweiter Wert) einen ca. 1.2 mal größeren Wert einstellen. Mehrzeilige
Kapitelüberschriften sehen sonst eventuell arg gequetscht aus.
natbib würde ich auch nur dann zwingend laden, wenn gleichzeitig ein passender
Literaturstil eingestellt wird und die Verwendung von biblatex nicht gestattet
werden soll. Im Zeitalter von UTF8 ist BibTeX IMHO eher nicht mehr das Mittel
der Wahl. Das geht zwar oft gut, aber nicht immer.
Insgesamt: In der aktuellen Form besser nicht verwenden.
Grüße
Markus
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