EU Beitritt der Tuerkei ?
[email protected] Wed, 23 Jun 2004 10:06:19 GMT
| Newsgroups | gmane.ietf.snmpv3 |
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| Message-ID | <[email protected]> |
Aufnahme der Beitrittsverhandlungen mit der Tuerkei oder nicht - eine Ent= scheidung, die 'das Ende Europas' bedeuten koennte. Dieses Wort stammt vo= m frueheren franzoesischen Praesidenten Giscard d'Estaing. Schon 2002 hatte er davor gewarnt, dass ein Beitritt der Tuerkei zur EU d= em 'Ende Europas' gleichkaeme. Die bundesdeutschen Beitrittsbefuerworter = verdraengen und verschweigen die unabsehbaren Folgen dieser Entscheidung: (1) Die Tuerkei hat schon jetzt 70 Millionen Einwohner. Sie wird bis zu i= hrem EU-Beitritt die BRD in der Bevoelkerungszahl ueberholt haben und in = den EU-Institutionen das entsprechende Stimmengewicht erhalten. (2) Die Tuerkei passt wirtschaftlich nicht in die EU. Das Land ist hoffnu= ngslos ueberschuldet und waere ohne staendige internationalen Kredite lae= ngst bankrott. Das Pro-Kopf-Einkommen betraegt nur 23% des EU-Durchschnit= ts. Die EU-Subventionen, auf die die Tuerkei Anspruch haette, wuerden nic= ht nur den Bruesseler Haushalt sprengen, sondern auch die heute schon ueb= erschuldeten 'Geberlaender' wie die BRD gaenzlich ruinieren. (3) Mit der Aufnahme eines asiatischen Landes und dem Verzicht auf vernue= nftige Aussengrenzen verliert die EU ihre Identitaet. Trotz dieser unbestreitbaren Sprengsaetze rollt die Kampagne fuer den tue= rkischen Beitritt immer schneller und unaufhaltsamer voran: Der tuerkisch= e Regierungschef Erdogan nimmt bereits an den Konferenzen der EU-Regierun= gschefs teil, freilich noch ohne Stimmrecht und die Tuerkei erhaelt jetzt= schon EU-Gelder zur 'Beitrittsvorbereitung'. Es ist alles wie bei der Euro-Einfuehrung: Erst erscheint der ganze Plan = unrealistisch und wird von vielen fuer undurchfuehrbar gehalten; dann wir= d eine offene Diskussion ueber Pro und Contra als 'europa- oder fremdenfe= indlich' kriminalisiert, und schliesslich wird die Entscheidung hinter ve= rschlossenen Tueren, ohne Beteiligung des demokratischen Souveraens und o= hne Volksabstimmung gefaellt und fuer unumkehrbar erklaert. Dasselbe Spiel mit den Vorbedingungen: Beim Euro waren es die Maastrichte= r Kriterien, die schon vor 1999 nicht erfuellt wurden und inzwischen offe= n missachtet werden. Die Tuerkei-Kriterien heissen: Wiedervereinigung Zyp= erns (als ob das so wichtig waere), Menschenrechte, Demokratisierung. Nic= hts hindert Ankara daran, diese Bedingungen pro forma zu erfuellen. Selbs= t wenn sie erfuellt wuerden, waeren damit die oben angefuehrten grundlege= nden Argumente gegen den Tuerkei-Beitritt nicht im geringsten widerlegt. Ein uebles Spiel, das den Verdacht naehrt, hier werde eine Verschwoerung = gegen Deutschland und Europa angezettelt. Berlin hat sich ohne jedes Waeh= lermandat bereits festgelegt. Sollte der Beitritt scheitern, sagte Aussen= minister Fischer laut 'WamS' vom 8. 2. 2004, wuerde man dafuer 'einen seh= r hohen Preis zahlen'. Ein Satz, den man zweimal lesen muss. Fischer droht dem deutschen Volk. W= orin der hohe Preis bestehen wuerde, verschweigt er. Vielleicht meint er,= dass die in Deutschland lebenden Tuerken auf die Strasse gehen koennten.= Oder er fuerchtet den Zorn der USA, die den Beitritt seit Jahren verlang= en. Washington weiss genau, dass die Aufnahme Kleinasiens zu einem 'bankr= otten Halt' der gesamten EU (so die 'Financial Times' vom 15.1.2004) fueh= ren koennte. Ganz nuechtern urteilt die 'International Herald Tribune' am= 24.11.2003: 'Dass die Bevoelkerung in ganz Europa schrumpft, bedeutet, dass noch mehr= Einwanderung bevorsteht. Die Aufnahme der Tuerkei als EU-Mitglied wuerde= diesen Trend beschleunigen und die Definition Europas unwiderruflich aen= dern =85 Viele Europaeer muessen erst noch akzeptieren, dass die traditio= nell weisse, christliche Kultur ihrer Vorfahren abgeloest wird von einem = multikulturellen Mix mit einem starken islamischen Gewicht.'