Re: Vlan + Routing

[email protected] (Frank Schneider)
Newsgroups gmane.linux.redhat.general.german
Message-ID <[email protected]>
Hallo,

> Ich habe von meinem Meister den Auftrag bekommen 5 Switches in ein VLAN
> und die Userrechner in ein zweites VLAN zu routen wie mach ich das?
> Ich habe von einigen Leuten gehört am sinnvollsten wären zwei
> Netzwerkkarten für jedes ip-range eines, aber Meister meint das sollte
> auch so gehen

Bei sowas muß ich immer lachen, sorry: Es ist finanziell und auch zeitlich 
_massig_ einfacher bzw. billiger, sich einfach eine zweite 20.-Euro-NIC in 
die Maschine zu stecken, als sich beim Konfigurieren von Ethernet-Tagging 
tagelang Eier auf die Schiene zu nageln ;-)))

> Die Switches sind Layer 4 Switches, die per ip angesprochen werden
> sollen und auch eigene logfiles schreiben.

Hmm, eher wohl Layer 2 Switches oder Layer 3 (=Router), weil Layer 4 wären 
Contentswitches oder Loadbalancer...sowas würde im Client/Büroumfeld wenig 
Sinn machen....da ihr über die Linuxkiste routet, schätze ich mal eher, das 
es normale Layer-2-Switches sind...die schreiben auch Logfiles, je nach Gerät 
halt.

> Das Ganze läuft momentan unter REDHAT 9 brauch ich zum Einrichten den
> mysteriösen 802.1Q Standard?

Eine gute Doku :-), Tip kam ja schon...

> Falls ja, wie realisiert man so was? Irgendwie scheint jeder zu
> versuchen um die Geschichte herumzunavigieren und mit physikalischen
> (mehrere Netzwerkkarten) ip-ranges arbeiten zu wollen

Du mußt immer mit physikalischen IP-Ranges arbeiten, weil normalerweise gilt: 
1 VLAN = 1 IP-Netz, ist z.B. bei Cisco so. Normalerweise teilt man sein 
bereits bestehendes IP-Netz einfach, man macht also aus z.B: 192.168.1.0/24 
(also von 192.168.1.1 bis 192.168.1.255) dann einfach einmal 192.168.1.0/25 
und einmal 192.168.1.128/25: Schon hat man zwei IP-Netze, die untereinander 
über einen Router zueinander sprechen müssen...

Der einzige Vorteil liegt eben darin, das man eine Netzwerkkarte im Router 
spart, weil man über das eine Kabel zwischen Router und Switch beide VLANs 
und damit beide IP-Netze fährt...die sich natürlich dann auch die 
physikalische Bandbreite dieses einen Kabels teilen.

Damit der Switch dann die zwei VLANs wieder trennen kann (auf Portbasis gehts 
ja nicht, weil ja beide IP-Netze über einen Port reinkommen), führt man sog. 
"Tagging" (=Markieren) ein, d.h. jedes Ethernetpaket erhält zusätzliche 4 
Bytes (IMHO), die die VLAN-Nummer beeinhalten. Das steht z.B. in dem ominösen 
Standard 802.1q. 
Ciscogeräte kennen übrigens noch einen anderen Standard, bei denen wird per 
Default der sog. "iEEE"-Standard genommen. Wenn man dann nicht auf 
"dot_one_q" umschaltet, gehts nicht, weil sich die beiden Geräte nicht 
verstehen: Linux kann IMHO nämlich nur 802.1q.

Die Switches müssen dann untereinander (also auf den sie verbindenden 
Leitungen) ebenfalls Tagging fahren und natürlich die besagten VLANs 
konfiguriert haben...an einem Switch kann man dann einen Endgeräteport in das 
eine oder das andere VLAN schalten und damit hat man die gewünschte 
Trennung....das Endgerät wechselt bei diesem Umschalten aber defacto das 
IP-Netz, also ohne DHCP-Reload (ipconfig /renew bei Windows, 
/etc/rc.d/init.d/network restart bei Linux) kanns Probleme geben....Geräte 
ohne DHCP, also fest konfigurierte IP-Adresse, muß man händisch 
umkonfigurieren, da sie nacher im falschen Netz stehen.

Solong...
mfg Frank.

-- 
Frank Schneider, <[email protected]>.                           
People would rather live with a problem they cannot solve,
than accept a solution they cannot understand.
... -.-
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