Re: Linux und Screenreader

Christian Schoepplein <[email protected]> Tue, 1 Mar 2005 16:58:32 +0100
Newsgroups gmane.linux.suse.blind
Organization SUSE LINUX GmbH, Nuernberg, Germany
Message-ID <[email protected]>
Hi Arnd!

Deine Mail ist schon was her, sorry für die späte Antwort!

On Fri, Feb 18, 2005 at 09:12:05AM +0100, Arnd H. Fricke wrote:
>ich habe mich eingetragen um mal hier zu fragen, was so der Stand 
>der Dinge ist bei Linux und Screenreader-Software.

Es gibt einige Projekte, die sich vor allen mit der Zugänglichkeit für 
die Konsole beschäftigen (sbl, brltty, bras, emacsspeak, yasr, speakup). 
sbl, brltty und AFAIK auch bras sind Screenreader, die sowohl 
Braillezeilen als auch Sprachausgaben unterstützen, der Rest ist so 
weit ich weiß nur sprachausgabenorientiert. Daneben gibt es noch das 
gnopernicus-Projekt, das versucht einen Screenreader für den 
gnome-Desktop zu implementieren, allerdings ist das noch auf einem 
relativ unbrauchbaren Stand. Weiterhin bemüht sich auch die 
KDE-Gemeinde ihr System zugänglich zu machen, was es da aber genau gibt 
kann ich dir nicht sagen.

>Ich möchte eigene Projekte auf Barrierefreiheit testen, dazu 
>aber, vor allem in der Arbeitsphase, nicht immer Windows booten 
>müssen. Zumal ich einen lokalen Apache nutze und dann alles 
>doppelt haben muß.

Das ist relativ einfach möglich. Bei Webseiten eignet sich besonders 
lynx, um eine Barierefreiheit zumindest für blinde User zu testen. lynx 
wird von den meisten blinden Linuxusern als Webbrowser verwendet und ist 
mittlerweile so altertümlich was die Features angeht, dass Seiten auf 
jeden Fall barierefrei sein müssen, damit sie mit lynx vernünftig 
funktionieren ;-). Beziehst du in die Bariefreiheit z.B. auch Farben, 
Schriftgrößen usw. mit ein, was ja eigentlich auch sinn voll ist, ist 
lynx natürlich nicht die richtige Wahl.

>Hat hier jemand schon mal probiert, JAWS unter Crossover Office 
>von Codeweavers zu installieren? (Nach dem freien Wine wage ich 
>nicht zu fragen, da bin ich sogar mit dem Internet Explorer 
>gescheitert). Ich bin da ja skeptisch, weil JAWS meines Wissens 
>auf irgendwelche internen Schnittstellen zugreift in Windows.

Mir ist nicht bekannt, dass das schon jemand mal versucht hat. Hast es 
du mittler Weile mal probiert? Wie sieht es eigentlich mit Jaws unter 
vmware aus? Hat das schon mal jemand versucht.

>Wie ist es mit emacspeak? Ist das eine empfehlenswerte 
>Alternative, zumindest zum Testen? 

Ich weiß nicht, wie der momentane Stand von emacsspeak ist. Ich 
persönlich halte von derartigen Systemen nichts, da sie eine Art 
Speziallösung darstellen. Du brauchst umbedingt den emacs, um den 
Screenreader zu nutzen, strange *g*. Ich würde zum Testen eher sbl 
nehmen und daran eine Zeile und mbrola als Sprachausgabe anschließen. 
Oder bras, wenn du nur Sprache testen willst.

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Gruss / Regards,
Christian Schoepplein 	<[email protected]>

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