Re: Leap 16.0 - Neuinstallation - Die schlechteste SUSE aller Zeiten

Sebastian Siebert <[email protected]> Sun, 17 May 2026 13:09:24 +0200
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Message-ID <[email protected]>
Am 15.05.26 um 22:48 schrieb Christian:
> Ich bin mit SUSE seit 6.4 unterwegs.

Bin hier seit OpenSUSE 10.x dabei. Zuerst auf meinem Server, dann später 
als Windows Vista kam, bin ich endgültig auf OpenSUSE 10.2 oder 10.3 
umgestiegen und bin heute noch bei dieser Distribution geblieben.

> Die 16.0 habe ich heute das 1. Mal als Neuinstalltion installiert und
> bin total **enttäuscht**
> Das ist die schlechteste SUSE, die ich jemals installiert habe.

Kann ich leider nachvollziehen. Ich habe es gewagt, auf dem Server 
OpenSUSE 15.6 auf OpenSUSE 16.0 upzugraden, notgedrungen wegen den 
kritischen Updates. Ende vom Lied war, dass es in den Rettungsmodus 
gegangen war und konnte daher das System nicht mehr von außen erreichen. 
Mein Glück war, dass ich via KVM over IP drauf kam und versucht habe 
herauszufinden, warum er nicht mehr durchbootet.

Aus irgendeinem Grund hat beim Upgrade das systemd "default.target" 
zerlegt und musste einen neuen Symlink erstellen. Danach kam die 
Maschine wieder hoch. Das ist mir bisher bei den anderen 
OpenSUSE-Systemen auch noch nicht passiert. Seltsam war es schon.

Auch viele andere systemd-Service-Leichen lagen als Symlink von der 
früheren Installation herum, die nicht automatisch aufgeräumt wurden. 
z.B. nscd, dass mit 16.0 entfernt wurde, da systemd und sssd jetzt 
übernehmen.

Die größte Baustelle war Dovecot. Die alte Konfiguration war vollständig 
inkompatibel. Das beste kommt noch. Es wurde keine 
Standard-Konfiguration von Dovecot mitgeliefert. 0, niente. Da dachte 
ich nur: Wow, wie konnte man sowas als Stable-Release ausliefern? Das 
hat mich Stunden gekostet, die Konfiguration wie von mir gewünscht 
wiederherzustellen.

> Daß man einen neuen **Installer** machen möchte, kann ich verstehen.
> Aber, daß der neue nicht annährend **feature-rich** wie der alte ist,
> kann ich nicht verstehen. Wie kann ich mit sowas an den Start gehen,
> wenn es nicht mindestens das gleiche kann wie der vorige Installer ?
> - Ich kann nicht partitionieren wie ich will

Was nutzen dann erst die SLE-Kunden? Spannende Frage.

> - Ich kann nicht entscheiden, ob ich wicked oder NM möchte
> Kann der NM jetzt mit bridges umgehen ?
> NM machte bisher nur Sinn für mobile Geräte, welche ständig das Netzwerk
> wechseln.
> Für Server war wicked einfach nur perfekt.

Bei mir auf dem Server läuft weiterhin wicked. Auf dem Desktop/Notebook 
läuft NetworkManager, der reicht mir auch völlig aus.

> - Ich kann nicht entscheiden, ob ich apparmor oder den anderen
> Schwachsinn möchte.
> Ich bekomme das aufgezwungen, wie ein kleines Kind, das nicht weiß, was
> es will. Ich will Apparmor. Das ist iuntuitiv, verständlich und einfach
> anziupassen. SELinux ist das komplette Gegenteil von einfach.

Ich mochte apparmor auch. Bin notgedrungen jetzt mit diesem Upgrade auch 
auf SELinux umgestiegen und läuft gerade im Permissive-Modus.

Aktuelle Boot-Option ist: security=selinux enforcing=0 selinux=1 apparmor=0

Das verfügbare Migrationstool für OpenSUSE ist in dieser Hinsicht 
gefährlich, da es sofort nach dem Booten in den Enforcing-Modus geht.

Siehe Zeile 59: 
<https://github.com/openSUSE/opensuse-migration-tool/blob/main/scripts/10_keepselinux.sh>

Wer das Migrationstool verwendet hat, vor dem Booten direkt in den 
Permissive-Modus gehen, könnte sonst zu bösen Überraschungen kommen:
# update-bootloader --add-option "enforcing=0"

Der Server muss vorerst weiterlaufen. Wenn dann nichts mehr in die Quere 
kommt, werde ich dann in den Enforcing-Modus wechseln.

> - Das System ist nach der Installation ohne aktiven **sshd**.
> Was soll das ? Ich werde noch nicht einmal gefragt, ob ich das so haben
> möchte.

Bei einer Neuinstallation könnte man das vielleicht verschmerzen, wenn 
es auf Consumer-Hardware läuft.

> - YaST scheint auch obsolet zu sein, weil es nicht standardmäßig
> installiert ist. OK, was ist die AL
Was mich an 16.0 nervt, ist, dass vieles unfertig wirkt.
ternative ?
> cockpit ? Ist ja auch nicht installiert.

Ja, anscheinend wird YaST durch Cockpit abgelöst, aber längst nicht 
alles in Cockpit implementiert, was das alte YaST noch konnte.

> Macht Ihr jetzt die SUSE zu einem Hardcore Debian Pendent ?
> Server Version gibt es scheinbar auch nicht mehr als Install-Option ?
> 
> Kein Service rennt. Somit auch auch keine ports aktiv.
> Was soll ich mit sowas anfangen, wenn ich noch nicht einmal per ssh
> drauf komme ?

Das dieser Klick auf "SSH-Port öffnen und Dienst aktivieren" aus dem 
Installer verschwunden ist, ist etwas ungünstig und wird nicht 
ausreichend erklärt. Für den 0815-Nutzer ist es wahrscheinlich eher 
uninteressant als für uns, die mehrere Maschinen an verschiedenen Orten 
laufen haben.

Da man zu diesem Zeitpunkt über KVM over IP oder direkt vor Ort 
installiert, ist dieser Umstand eher verschmerzbar.

> Standardmäßig besagt die sshd_config, daß man nicht mit Passwort drauf
> kommt. Wie soll man so seinen key da drauf bekommen ?

Wenn man im Installer einen Pub-Key für root hinterlegt, wird 
anscheinend der SSH-Dienst doch aktiviert. Vorhin nochmal ausprobiert 
und scheint tatsächlich so zu sein. Man kommt dann auch per SSH und mit 
PubKey drauf.

> Ich habe das Gefühl wir entwickeln uns rückwärts anstatt vorwärts.

Der Trend geht in der Tat alles zu vereinfachen, was nicht immer gut 
ist. Es fehlt einfach der Experten-Modus über die GUI. So ist man jetzt 
viel öfters in der Konsole zu Fuß unterwegs, weil die GUI die Funktionen 
nicht (mehr) bereitstellt.

> Ich bin vor vielen Jahren von Windows weg, weil ich es Leid war, daß M$
> ständig das Rad neu erfunden hat und dabei alles schlechter wurde.
> Jetzt fangt Ihr bei SUSE mit dem gleichen **Sche...** an.
> 
> Früher hab ich SuSE installiert und alles lief ... von Anfang an.
> Das Teil war sofort nutzbar. Der Installer war intuitiv und man konnte
> **machen**
> Jetzt muss ich mir noch Gedanken machen, wie ich das nutzbar mache.
> Keine Ahnung wer Eure Zielgruppe ist. Aber so überzeugt Ihr niemanden
> Linux zu verwenden ...
> So vergrault Ihr eher noch überzeugte SUSE Nutzer ...

Andere Distributionen gehen auch diesen Weg und entsorgen alte 
Tools/Dienste, die nicht mehr zeitgemäß sind. Im Grunde genommen ist das 
nicht verkehrt, wenn die neuen Werkzeuge besser sind und gepflegt 
werden. Leider ziehen die ganzen GUIs nicht sofort nach und sind aktuell 
sehr schlicht und einfach dargestellt. Andere Distributionen haben 
meines Wissens nach dieselben Probleme.

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Gruß Sebastian - openSUSE Member (Freespacer)
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