Re: Verständnisfrage, System neu aufsetzen

Martin Burnicki <[email protected]> Mon, 22 Jun 2026 17:12:53 +0200
Newsgroups gmane.linux.suse.general.german
Message-ID <[email protected]>
Hallo,

Am 22.06.26 um 06:41 schrieb Manfred Keller:
> Hallo in die Runde,
> 
> ich bin gerade dabei, mein bisheriges System neu aufzusetzen. Und wenn ich neu sage, dann meine ich auch neu. Alte Struktur komplett löschen und Festplatte neu formatieren.
> 
> Bisher: 1 TB große SSD, dual boot leap 15.6 und Windows 11, mehrere ext4 und hpfs Partitionen. Übrig bleiben soll nur die im Moment hpfs formatierte Daten Partition. Diese ist auch auf externer Festplatte, einfach durch Kopieren gesichert. Es sind nur Text, Bilder und Musik.
> 
> Das neue System soll Tumbleweed mit btrfs werden. Also komplett ohne Windows.
> 
> Nun meine Fragen:
> 
> Btrfs arbeitet mit subvolumes. Davon habe ich keine Ahnung. Aber ich habe gesehen, dass es unter anderem ein subvolume namens Home gibt. Werden diese auch wie eingebundene Partitionen im Dateimanager sichtbar? Könnte ich also eigene subvolumes anlegen , z. B. namens "Daten", um darin meine gesicherte Datenpartition abzulegen, sprich rüber kopieren? Wenn ja, wie mache ich das?
> 
> Man liest ja immer, dass man mit btrfs ein System zurücksetzen kann, wenn es z. B. mit Updates Probleme gibt. Das ist der Hauptgrund, btrfs zu nehmen. Davon habe ich aber keine Ahnung und bräuchte etwas Input.

Soweit ich weiß, dienen Snapshots dazu, das System auf einen älteren 
Stand zurückzusetzen, falls mal beim Update irgendetwas schief läuft.

Wenn das aber nötig sein sollte, möchte ich nicht, dass die Projekte, an 
denen ich arbeite, ebenfalls zurückgesetzt werden auf den Stand, als der 
Snapshot generiert wurde.

Da eventuell auch Änderungen im Home-Verzeichnis (z.B. an 
Konfigurationsdateien) auf einen Snapshot zurückgesetzt werden müssten, 
bin ich dazu übergegangen, ein zusätzliches Subvolume für meine Projekte 
anzulegen (das ging mit YaST ganz einfach, ohne habe ich es noch nicht 
gemacht) und nur dort meine Projekte zu speichern.

Ich habe auch noch 2 herkömmliche Festplatten mit RAID1/LVM als 
Datengrab unter /data gemountet, daher wird das BTRFS-Subvolume unter 
/data-on-ssd eingehängt. Dort liegen die aktuellen Projekte, weil der 
Zugriff schneller ist. Die älteren Projekte werden nach /data verschoben.

Meiner Meinung nach ist der Vorteil eines Subvolumes die logische 
Trennung zwischen den Partitionen, ohne dass man sich wie bei echten 
Partitionen im Vorfeld starre Partitionsgrößen überlegen muss. Bei 
Subvolumes wird das (soweit ich das bisher gesehen habe) im Prinzip 
dynamisch aufgeteilt, solange auf der physischen Platte noch Platz ist.

Wie Joachim Hussong schon schrieb, ist ein Subvolume natürlich kein 
Ersatz für ein Backup. Wenn Platte kaputt, dann kaputt. Aver man kann 
natürlich mit rsync o.ä. auf eine externe Platte sicher, genau wie bei 
ext4 auch. Wobei die Partitionsgrenzen zu beachten sind.

> Welche Gefahren hat btrfs bezüglich Stabilität? Ich kenne bisher nur die ext-Systeme. Damit hatte ich nie Probleme, die liefen einfach stabil. Also ich hätte auch kein Problem damit, mit ext4 Partitionen zu arbeiten, sollte das vorteilhafter sein.
> 
> Vielen Dank an alle für erhellende Infos.

Bisher hatte ich keinerlei Probleme mit BTRFS. Wenn aber die SSD stirbt, 
gibt es die gleichen Probleme wie mit einer Hard Disk, die stirbt. Aus 
dem Grund habe ich auch 2 SSDs als RAID1, und auf dem ist BTRFS-Volume 
mit seinen Subvolumes.

> Gruß Manfred

Gruß, Martin.
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