Re: Programmiersprachen

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Philipp Otte schrieb:

> Also ich finde, dass C einen guten, wenngleich vielleicht auch etwas
> anspruchsvolleren Einstieg ermöglichen wÌrde.

C ist zwar fÌr systemnahe Programmierung unumgÀnglich, aber AnfÀnger
direkt mit dem "Hochassembler" zu konfrontieren halte ich nicht fÃŒr
sinnvoll. Allein schon, dass es weder einen String-Typs noch ein
Exception Handling hat, sind fÃŒr mich schon zwei KO-Kriterien.

> C++ ist natÃŒrlich dann schon wieder etwas anderes. WÃŒrde ich am Anfang
> erstmal lassen.

Nicht nur am Anfang. :-) C++ lernt man, wenn man es konkret braucht,
immer noch frÃŒh genug - am besten nachdem man schon praktische
Erfahrung mit Java und C gesammelt hat.

> Aber ich verstehe nicht, warum hier von vielen Java empfohlen wird. Mein
> GrÃŒnde:
> - Es ist zwingend objektorientiert, was den Einstieg meiner Meinung nach
> nicht erleichtert

Sehe ich ganz anders. Es ist meiner Erfahrung nach einfacher, jemandem
von Anfang an objektorientierte Arbeitsweise beizubringen und ihn erst
spÀter mal auch eine rein prozedurale Sprache lernen zu lassen als
umgekehrt. Und beim allerersten Einstieg ("Hello World" usw.) merkt man
von der Objektorientierung eh noch nichts, außer dass um die
main-Deklaration noch eine class-Deklaration herumkommt. Das fÀllt fÌr
AnfÀnger in die gleiche Klasse wie der Standard-#include-Block bei C:
"Das muss da halt immer hin. Warum, lernen wir spÀter."

> - Es C++ doch sehr Àhnlich

Aber gerade fÌr AnfÀnger wesentlich angenehmer im Umgang.

> - Es ist finde ich zum Selbststudium nicht so geeignet. An den meisten
> FHs und Unis wird es gelehrt, wir mussten es selbst lernen und ich sehe
> die Probleme, die bei uns sehr viele damit hatten.

Du kanntest wahrscheinlich vorher schon eine andere Sprache.

> - Es ist eben keine saubere Sprache [...]

Keine der "sauberen Sprachen" hat eine große Verbreitung. Ich bringe
einem AnfÀnger lieber eine verbreitete Sprache bei, mit der er nachher
auch arbeiten und ggf. bei jemand anderem Hilfe holen kann, als eine
saubere, die sonst kein Schwein kennt. (Abgesehen davon kann man sich
auch die Frage stellen, *warum* "saubere Sprachen" nie große Verbreitung
erlangen, und ob der Grund dafÃŒr nicht vielleicht auch ein Argument
dagegen ist, sie zur Ausbildung von AnfÀngern einzusetzen. ;-)

> Wenn es darum geht, dass eine möglichst einfache, zeigerfreie Sprache
> genutzt werden soll, wÃŒrde ich BASIC vorschlagen.

Bloß nicht. Die Unsitten, die man mit BASIC lernt, kann man sich
nachher mÃŒhsam wieder abtrainieren, wenn man eine vernÃŒnftige
Sprache beherrscht.

> Bei Pascal will ich noch sagen, dass das schließlich auch in Schulen
> öfters gelehrt wird, weil es nun einmal schon eine gute Hochsprache ist,
> aber einfach auch noch nicht so "kompliziert", wie C, ist.

Pascal ist mit seiner einfachen Struktur und seinen eingebauten
Erziehungsmaßnahmen als Ausbildungssprache konzipiert ist. Da ist es
nur logisch, dass es auch gerne zur Ausbildung eingesetzt wird.
Im produktiven Einsatz fÀngt man aber bald an, Ìber die BeschrÀnkungen
zu stolpern.

Abgesehen davon halte ich begin ... end einfach fÃŒr schlechter lesbar
als { ... }. (Ja, auch fÌr AnfÀnger!)

-- 
Tilman Schmidt                            [email protected]
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