[ffii] Gestern in JURI
PILCH Hartmut <[email protected]> Wed, 26 Mar 2003 17:43:23 +0100 (CET)
| Newsgroups | gmane.org.ffii.neues |
|---|---|
| Message-ID | <[email protected]> |
FFII-Nachrichten -- zur sofortigen Freigabe -- Weiterverbreitung erwuenscht Zum Thema der Sitzung, s. das Papier, das wir im Vorfeld verteilten http://swpat.ffii.org/papiere/eubsa-swpat0202/amccarthy0302/ samt Brief der niederländischen Opensource-Vereinigung VOSN.nl dazu. Die Schlussfrist für Änderungsanträge wurde auf 8. April gesetzt, da Arlene McCarthy letztes mal krank war. Nur wenige Abgeordnete waren anwesend. Hier ein paar Zusammenfassungen: McCarthy: Softwarepatente sind nichts neues und Klarstellung ist nötig. Nach drei Jahren gibt es eine Überprüfung durch die Europäische Kommission und in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, die Patentierbarkeit weiter auszuweiten. Änderungsanträge 3 und 13 sind nicht widersprüchlich: durch Wegschieben von Art 3 in einen Erwägungsgrund wird die rechtliche Bedeutung des Artikels und damit die davon ausgehende Verwirrungsgefahr verringert. Würmeling (EVP/CSU) - EVP ist für die Richtlinie und für McCarthys Vorschlag, der allerdings noch nicht klar genug ist. Insbesondere mangelt es an Abgrenzungen gegenüber Geschäftsmethoden. (2) Das Verhältnis zwischen Patenten und Urheberrecht ist nicht klar genug definiert. (3) Einige Fragen der Interoperabilität zwischen Urheberrecht und Patenten (?) sind noch zu klären. Software als solche soll nicht patentierbar werden, sondern nur computer-implementierte Erfindungen. MacCormick (Grüne/EFA, Schottland) - fordert strengere Begrenzung der Patentierbarkeit, zeigt Widersprüche in McCarthys Papier auf. Harbour (EVP/Brit. Konservative) - klagt über Falschdarstellungen durch Lobbyisten, fordert klare Abgrenzung zwischen Patentierbarem und Nicht-Patentierbarem. (Bem: Harbour forderte bereits in ITRE Legalisierung von Programmansprüchen gemäß Vorgaben der Patentlobby, kam aber damit nicht durch. Vielleicht meint er mit Lobbyisten uns. Arlene McCarthy verwendet das Wort jedenfalls regelmäßig ausschließlich in diesem Sinne.) Evelyn Gebhardt (SPD) - betont Notwendigkeit klarer Definitionen, insbesondere zur Abgrenzung von Software und Computer-Implementierten Erfindungen. Unter ersterm versteht Gebhardt gewöhnliche Softwareideen, unter letzerem neue ganz besonders brilliante Ideen. Falls es gelingt, beide gegeneinander abzugrenzen, ist Gebhard für die Richtlinie. Gebhardt ist auch der Meinung, dass die Rechtslage wirr ist und glaubt, dies hänge mit unterschiedlichen nationalen Auslegungstraditionen zusammen. Fourtou (EVP - FR, Frau von Vivendi-Chef) deutet Wunsch nach Programmansprüchen an (gemäß Vorlage von Alcatel-Patentabteilung von Fourtou bereits in ITRE gefordert aber von der Mehrheit abgelehnt). -- Hartmut Pilch, FFII e.V. und Eurolinux-Allianz +49-89-12789608 140000 Stimmen 400 Firmen gegen Logikpatente http://www.noepatents.org/ Innovation statt Patentinflation http://swpat.ffii.org/ _______________________________________________ Nachrichtenverteiler neues [email protected] http://lists.ffii.org/mailman/listinfo/neues