Aktion fuer Aeusserungsfreiheit in Deutschland
PILCH Hartmut <[email protected]>
| Newsgroups | gmane.org.fitug.debate |
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| Message-ID | <[email protected]> |
Unter http://www.aeusserungsfreiheit.de/ habe ich nun einen Aufruf entworfen, den man unterzeichnen kann und der die Grundlage für die Arbeitung weiterer Konzepte und Aktionen zur Stärkung der Äußerungsfreiheit in Deutschland bilden soll. Für diese Arbeit gibt es eine Mailingliste [email protected] (Allgemeines PersönlichkeitsRecht), auf der schon ein paar einschlägige Aktivisten versammelt sind und zu der man sich auf http://lists.ffii.org/mailman/listinfo/apr/ eintragen kann. Ich möchte Dich/Sie herzlich zur Teilnahme bitten. Der Appell-Entwurf lautet wie folgt: ----------------------------------------- Wir stellen mit Sorge fest: 1. Wer sich heute mit unlauteren Geschäftspraktiken kritisch auseinandersetzt, muss auch dann mit ruinösen Klagen rechnen, wenn er nach bestem Wissen und Gewissen berichtet; 2. In den letzten Jahren konnte einige Formen der organisierten Kriminalität nicht zuletzt deshalb gedeihen, weil sich die Täter eines umfassenden Persönlichkeitsrechtsschutzes erfreuen, mit dessen Hilfe sie kritische Meinungsäußerungen wirksam unterdrücken können; 3. Die deutsche Justiz agiert intransparent und ineffizient; sie ist oftmals schon aufgrund ihrer Schwerfälligkeit nicht in der Lage, in den Auseinandersetzungen Gerechtigkeit herbeizuführen, für die sie durch ihr Einschreiten eine Mittlerrolle beansprucht; 4. Statt die Selbstregulierungsmöglichkeiten der neuen Produktions- und Kommunikationsformen zu nutzen und zu fördern, entwickeln Anwälte, Richter und Gesetzgeber nur immer neue kostentreibende Rechtsgrundsätze, die geeignet sind, die Informationsproduktion im Web 2.0 zu drosseln; die eskalierende Klage- und Regulierungswut wird zu einer Gefahr für die Demokratie. Wir bitten daher die regelsetzenden Instanzen, im folgendem Sinne einzugreifen: 1. Die Äußerungsjustiz darf kein internetfreier Raum mehr sein: Verfahren müssen im vollen Licht der Öffentlichkeit geführt werden; 2. Schluss mit dem fliegenden Gerichtsstand: Informationsdelikte müssen im Internet oder am Wohnsitz des Beklagten verhandelt werden; 3. Die Beweislasten und Verfahren sind so zu ändern, dass der Normalbürger zumindest so lange ohne Kostenrisiken Web-Angebote entwickeln kann, wie er nicht nachweislich in boshafter Weise gravierende Schäden verursacht; 4. Sogenannte “Mitstörer” dürfen nur durch präzise gerichtliche Anweisungen in Anspruch genommen werden; die Aweisungen sind öffentlich in einer standardisierten Notation zu präsentieren, so dass sie kostenfrei automatisch umgesetzt werden können. Unterzeichnen ------------- Diese Forderungen sind recht allgemein gehalten. Sie sollen die Probleme beschreiben, ohne zu detailliert bestimmte Lösungswege zu favorisieren. Sie sind für Diskussionen offen. Details der heutigen Missstände und konkretere Vorschläge für Gegenmaßnahmen finden sich unter http://www.aeusserungsfreiheit.de/tab/ tabellarisch aufgelistet. Weitere Aktionsmöglichkeiten http://www.aeusserungsfreiheit.de/plan/ sind auch nur sehr kursorisch skizziert, sollten aber demnächst von der Arbeitsgruppe entwickelt werden. Besonders wichtig finde ich die Entwicklung einer Gemeinde von Bloggern, Internet-Firmen, Rechtswissenschaftlern, Richtern und Politikern, die sich ab und zu Konferenzen der Art trifft, wie sie der FFII sehr erfolgreich mit http://www.eupaco.org/ und Vorgängern vorexerziert hat. Es wäre schön, wenn dabei das von Buskeismus.de begonnene Modell der Justizbeobachtung weiter gefördert und verbreitet werden könnte. Man kann den Appell unterzeichnen, nachdem man sich mit seiner FFII-Nutzerkennung eingeloggt (oder dort eine solche erworben) hat. Der Erwerb der Nutzerkennung ist einfach und verpflichtet zu nichts. Vor einer Veröffentlichung des endgültigen Appells mit Unterschriften werden die Unterzeichner benachrichtigt, damit sie ihre Unterschrift noch mal überprüfen können. Man kann die Seiten der Webpräsenz aeusserungsfreiheit.de nach Wiki-Art bearbeiten (nach Einloggen erschein links oben im Menü eine Editier-Schaltfläche). Wer intensiver mitmachen will kann die Seiten auch mit Subversion (http://subversion.tigris.org) ganz herunterladen und auf der lokalen Festplatte bearbeiten. Die gleichen Regeln gelten übrigens auch für den Aufruf für ein schlankes und demokratisches EU-Patentsystem http://eupat.ffii.org/07/p2parl/ den man mit der gleichen Nutzerkennung unterzeichnen kann. Die Arbeitsgruppe ist aber weder an den FFII noch an die auf aeusserungsfreiheit.de bereitgestellten Arbeitsmedien gebunden. Genauso könnte man diverse vorhandene Blogs und Wikis verwenden oder neu schaffen. Auf baldiges regelmäßiges Wiedersehen und -lesen! -- Hartmut Pilch http://a2e.de/i2p Vorsitzender FFII.de http://www.ffii.de Schatzmeister FFII.org http://financ.ffii.org Patentierbarkeit und Demokratie in Europa http://eupat.ffii.org Äußerungsfreiheit vs Persönlichkeitsrecht http://www.aeusserungsfreiheit.de _______________________________________________ Debate mailing list [email protected] http://lists.fitug.de:8080/mailman/listinfo/debate