IP-Veröffentlichung im Email-Header no twendig? (War: Re: Die Politik mit der Angst ( IP-Logging))
Mario Dück <[email protected]> Wed, 07 Nov 2007 19:03:48 +0100
| Newsgroups | gmane.org.fitug.debate |
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| Message-ID | <[email protected]> |
Arnold Schiller schrieb: > Das wird ja immer lustiger, Herzlich willkommen im Datenschutzrecht :-) > Muss ich jetzt den das Mannesmann Arcor > NOC in Zukunft schriftlich anfragen, ob ich die IP-Adresse in kmail in der > Form dslb-088-064-186-019.pools.arcor-ip.net speichern darf? Hat > irgendeiner der hier lesenden sich die Genehmigung von Arcor geholt oder > die Genehmigung von Mario Dueck <[email protected]>, der die IP-Adresse durch > seine Mail personenbeziehbar gemacht hat, dass er diese IP-Adresse auf > seinem Computer in seinem Mailprogramm speichert. Mir stellt sich hier eher die Frage: wieso *muss* GMX meine dynamische IP-Adresse mit Zeitstempel speichern und im Header weiterleiten? Könnte man ja mal den betrieblichen Datenschutzbeauftragten von GMX fragen. Klar, das macht ihm Arbeit - und vermutlich sperren sie mir eher den kostenlosen Account, den sie mir seit etwa 15 Jahren zur Verfügung stellen ... Also gut frag ich ihn nicht, verzichte ich halt auf meinen Datenschutz. Ja, die Aufgabe von z.B. betrieblichen Datenschutzbeauftragten ist es, unbequem zu sein, die Abläufe, die sich mit der Zeit eingeschlichen haben, zu hinterfragen. Leider hört man da sehr oft das Standard-Bequemlichkeits-Argument "Das haben wir immer schon so gemacht." Aber man muss den Verantwortlichen klarmachen, dass sie damit in die Rechte der Betroffenen eingreifen und nachhaken: Wozu ist das nötig? Ist das wirklich nötig? Oder datenschutzrechtlich gefragt: 1. sind die Daten personenbezogen oder personenbeziehbar? 2. was ist der Zweck der Speicherung? / was ist der Zweck der Weiterleitung? 3. gibt es für die Speicherung zu diesem Zweck eine gesetzliche Grundlage oder eine Einwilligung? / gibt es für die Weiterleitung eine gesetzliche Grundlage oder eine Einwilligung? 4. ist der Zweck nicht anderweitig zu erreichen ("milderes Mittel") 5. stehen der Speicherung schutzwürdige Interessen der betroffenen Person entgegen? Was sagen denn hier die Betreiber von Email-Servern? Genausogut könnte man den Mailinglisten-Betreiber fragen, wieso er das speichert und weiterleitet, d.h. damit auch öffentlich macht!? Ist das wirklich technisch notwendig? Das Risiko einer persönlichen Haftung von (angestellten) Technikern für Datenschutzverstöße ist übrigens nicht sonderlich groß, dennoch: wie erklär ich's meinem Vorstand/Geschäftsführer, wenn der als "verantwortliche Stelle" von irgendeinem Betroffenen rechtlich rangenommen wird? Gruß, Mario ... übrigens selber auch einer von denen, die die Dinge mit am Laufen halten. _______________________________________________ Debate mailing list [email protected] http://lists.fitug.de:8080/mailman/listinfo/debate