Re: Schriftformate und Absatzformate

Thomas Kaegi <[email protected]>
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Hallo Jochen

Wenn du ein neues Dokument anlegst, das einen Textcontainer enthält (das ist bei jedem neuen Dokument so, sofern du das nicht selbst mal anders konfiguriert hast), so wird die Schrift automatisch die Standardschrift sein, die in den RagTime-6-Hilfsmitteln definiert ist. Diese Schrift wird, sofern du das nicht anders wählst, für alle Texte in allen Arten von Containern verwendet, egal ob Text-, Rechenblatt- oder was auch immer für Container. Wenn du in diesem Dokument die Standardschrift anders definiert haben möchtest, so kannst du wie folgt vorgehen:

1. Schrift des Textes anpassen, so dass sie deinen Wünschen entspricht

2. Im Hilfsmittel "Schriftvorlagen" die Vorlage "Standardschrift" des Dokumentes markieren

3. Unten auf "Mit Auswahl überschreiben" klicken

Jetzt siehst du unter "Resultierender Zeichensatz" die Angaben, welche Schriftdefinition RagTime benützen wird (je nachdem, ob für den von dir gewählten Stil eine eigene Definition vorhanden ist oder der Stil berechnet wird kann das unterschiedlich aussehen). Zudem siehst du ein "Beispiel" und ganz unten die genaue Schriftdefinition. Da siehst du, mit wie vielen Merkmalen eine Schrift grundsätzlich versehen ist. Die meisten dieser Merkmale wirst du nie ändern.

Wenn du nun eine zweite Schriftvorlage erstellen möchtest, z.B. für Titel, so kannst du grundsätzlich wieder wie oben Pt. 1 und 2 vorgehen und dann auf "Neu wie Auswahl" klicken. Dadurch entsteht die Schriftvorlage "Ohne Titel", der du einen sinnvollen Namen geben solltest, z.B. "Titelschrift" (Ich verwende nie den Namen der Schrift und die Punktgrösse für den Namen der Schriftvorlage, weil ich mich vielleicht später für eine andere Schrift entscheide, oder die Titel lieber in einer anderen Grösse haben möchte).

Annahme: Text (Standardschrift) ist Times New Roman 12 Pt., für Titel wird Arial Fett 18 Pt. definiert

In diesem Fall ist es zwar grundsätzlich eine andere Schrift. Trotzdem sind die meisten Merkmale mit den analogen Merkmalen der Standardschrift identisch. Es ist deshalb sinnvoll, dass RagTime in der Beschreibung anzeigt, dass die Schrift gleich wie die Standardschrift definiert sei, mit Ausnahme des Zeichensatzes (eben "Arial"), der Grösse (18 Pt.) und des Stils (fett). Alle anderen Merkmale oder Eigenschaften sind gleich, oder in RagTime-Terminologie, von der Standardschrift "geerbt". Und weil das so ist, wird die neue Schriftvorlage eben unter der Standardschrift eingerückt aufgeführt. Du kannst sie zwar auf den Dokumenttitel ziehen und damit diese Abhängigkeit lösen. In vielen Fällen wird es keine besondere Rolle spielen ob du das machst oder nicht.

Je weniger Merkmale sich bei einer abhängigen Schriftvorlage von der Standardschrift unterscheiden, desto ratsamer ist es, die Abhängigkeit zu belassen. Ein Beispiel macht dies deutlich: die Titelschrift weiche nur in Grösse und Stil von der Standardschrift ab. Solltest du später plötzlich finden, dass du für alles eine andere Schrift haben möchtest, so musst du diese Änderung nur bei der Standardschrift machen. Alle untergeordneten Vorlagen, welche den Zeichensatz erben (im Fenster der Schriftvorlagen markiert durch den schrägen Pfeil neben "Zeichensatz") werden die Änderung automatisch nachvollziehen. Bei anderen Merkmalen ist das "Erben" nicht durch den Pfeil, sondern mit dem Zusatz "(geerbt)" festgehalten.

Es ist in den allermeisten Fällen ratsam, diese Abhängigkeit nicht zu lösen, weil eben sämtliche Merkmale so an nur einer zentralen Stelle geändert werden können, z.B. als Sprache "Deutsch (reformiert)" statt "Deutsch" oder unter "Farbe" die Dichte auf 90% reduzieren. Immer machen alle anhängigen Vorlagen die Änderung mit, was nicht der Fall wäre, wenn du die Abhängigkeit gelöst hast.

Wie Mathias schon beschrieben hat, werden in der Werkzeugleiste zwar die verwendeten Schrift- und Absatzvorlagen angezeigt, aber mit einem "+" markiert, sobald du lokal etwas von der Vorlage abweichend definiert hast, z.B. in einem mit der "Standarschrift" geschriebenen "Standardabsatz" ein Wort fett machst. Wenn du nun in einer der Vorlagen etwas änderst, so wird es trotzdem in allen Texten, denen die betreffende Vorlage zugeordnet ist, auch ändern, selbst bei der geänderten Textstelle - abgesehen einzig von dem Merkmal, das du dort geändert hast.

Ich hoffe, dass dieser Exkurs dir den Sinn der Vorlagenhierarchie etwas verständlicher macht. Bei den Absatzvorlagen verhält es sich ja analog, so dass das Verständnis dieser "Erbschaften" dir auch dort weiterhelfen kann.

Gruss, Thomas

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