Re: What ein aufriss - chrome (mit pkg installiert)
Oliver Fromme <[email protected]> Mon, 9 Apr 2018 12:32:10 +0200 (CEST)
| Newsgroups | gmane.os.freebsd.questions.german |
|---|---|
| Message-ID | <[email protected]> |
Hallo, Heino Tiedemann wrote: > das haut mich jetzt um. > > Wollte mal pkg install benutzen anszatt alles per portmadter aus den Quellen… > > pkg install www/ chromium > > New packages to be INSTALLED: > chromium: 65.0.3325.181 > noto-lite: 1.0.5_1 > openh264: 1.7.0,2 > re2: 20180301 > libpci: 3.5.6 > snappy: 1.1.6 > speech-dispatcher: 0.8.6 > dotconf: 1.3_1 > espeak: 1.48.04_4 > portaudio: 19.20140130_6 > > > okay – krass. Was genau ist daran jetzt „krass“? Natürlich hat Chromium eine ganze Menge Abhängigkeiten, wie die meisten anderen Web-Browser auch. Ein (graphischer) Web-Browser gehört zu den komplexesten Stückchen Software, die üblicherweise auf einem PC laufen. Nicht umsonst wird ein Browser häufig auch als „Betriebssystem im Betriebssystem“ bezeichnet. > Dann der erste Aufruf: > > $ chrome > > For correct operation, shared memory support has to be enabled > in Chromium by performing the following command as root : > > sysctl kern.ipc.shm_allow_removed=1 > > To preserve this setting across reboots, append the following > to /etc/sysctl.conf : > > kern.ipc.shm_allow_removed=1 > > > > WHAT! > > > Für einen einfachen Web-Browser muss ich da was am Kernel ändern? „einfach“ → siehe mein Kommentar oben. Ein Web-Browser ist das genaue Gegenteil von einfach. > Shared memory?! > > Irgendwie klinmgt das nach Sichereitsleck – nicht?! Wenn man keine Ahnung hat ... Shared Memory gehört zu den klassischen IPC-Mechanismen (IPC = Inter-Process Communication), die heutige UNIX-Systeme noch von System-V geerbt haben. Das ist etwas völlig Normales, das Linux, *BSD und jedes andere UNIX-Derivat unterstützen. Wenn Du neugierig bist, kannst Du mit dem Kommando „ipcs“ nachschauen, ob und was für Shared-Memory-Segmente momentan angelegt wurden. Obiger sysctl ändert eine Kleinigkeit an der Konfiguration der Shared-Memory-Implementation. Eine kurze Beschreibung liefert „sysctl -d“: Die Einstellung ermöglich das öffnen von Shared-Memory-Segmenten, die als gelöscht markiert sind. Manche Programme (neben Chromium auch andere) benötigen diese Einstellung, um Speicherlecks einfacher vermeiden zu können. Das ist grob vergleichbar mit gelöschten Dateien, die noch von einem oder mehreren Prozessen offengehalten werden und daher physikalisch noch existieren, obgleich es keinen Verzeichniseintrag mehr gibt. Wenn das Programm beendet wird – auch unerwartet, d. h. durch einen Absturz – wird der Speicherplatz, den die Datei belegte, automatisch freigegeben. Genau das gleiche ist mit obigem sysctl möglich, nur halt für Shared-Memory-Segmente statt Dateien. Das hat nichts mit einem Sicherheitsleck zu tun. Aber wenn Dir das nicht geheuer ist, warum bleibst Du dann nicht bei Firefox? Gruß Olli -- Oliver Fromme, München -- FreeBSD + DragonFly BSD ``We are all but compressed light'' - Albert Einstein To Unsubscribe: send mail to [email protected] with "unsubscribe de-bsd-questions" in the body of the message