Wozu Autarkie? (was: [ox-de] Re: [ox-de] Re: [ox-de] Re: [ox-de] Ökonux und Politix)
Stefan Merten <[email protected]> Fri, 28 May 2010 09:43:43 +0200
| Newsgroups | gmane.politics.oekonux.german |
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| Message-ID | <[email protected]> |
Hi Ludger! Last week (10 days ago) Ludger Eversmann@t-online de wrote: > Dieser > Reichtum besteht dann aber nicht in Geldvermögen, und auch nicht in > einer (mehr oder weniger ungeheuren) Warenansammlung, sondern im > Vermögen, Konsumgüter nach Bedarf bzw. Wunsch jederzeit (im Rahmen der > ökologisch gesetzten Möglichkeiten!) zur Verfügung haben zu können. Das ist das, was wir die externe Offenheit nennen: Die produzierten Güter stehen Frei zur Verfügung. > Und dieses systemische Produktionsmittel befindet sich > (sinnvollerweise) nicht in privatem Eigentum einer einzelnen > natürlichen oder juristischen Person, Warum ist das sinnvoll? Ein Problem ergibt sich m.E. vor allem dann, wenn der Eigentümer das Produktionsmittel zu entfremdeten Zwecken wie z.B. Marktproduktion einsetzen kann. Wenn es keinen Markt mehr gibt, dann entfiele dieser Grund schon mal. Was bleibt dann noch als sinnvolle Begründung für den Besitz eines Produktionsmittels? Doch wohl nur, dass man damit sinnvolle Dinge tun will - oder? > sondern - möglicherweise - im > Eigentum einer Gruppe von Nutzern, und da käme es dann darauf an, > möglicherweise gibt es dann wieder so etwas wie den griechischen > Oikos, aber als freien und freiwilligen Zusammenschluss von Nutzern, > als kleinste wirtschaftliche Einheit, mit dem Ziel der Schaffung > grösstmöglicher Unabhängigkeit und Autarkie - Wozu brauchst du Autarkie? Nicht nur das ich denke, dass die Entwicklung der Produktivkraft alle Phasen, in denen so etwas auch nur annhähernd sinnvoll sein könnte, lange hinter sich gelassen hat. Nein, ich sehe auch überhaupt keinen Grund sich Autarkie zu wünschen. Autarkie ist ein Modell aus Ideologien, in denen man von feindlichen Mächten umzingelt war. Oder vielleicht auch in dem das bloße Dagegensein, also die Antithese schon als Großtat gilt. In einer sich mittels Keimformen entwickelten Welt sind wir das aber nicht. Die Keimformen leben von / in / mit und schließlich über die alten Formen hinaus. Keimformen sind keine Antithese sondern eine Synthese. Keimform ersetzt die ach so revolutionäre Pose durch eine Revolution von Unten - auch wenn sich die genannten Ideologien das immer alles gaaanz anders vorgestellt haben. > wobei dann natürlich > wieder Zusammenschlüsse und Verbindungen von solchen kleinsten > Einheiten auf nächsthöherer Ebene denkbar sind, z B mit dem Ziel der > Erzeugung von Gütern die nicht als Endkonsumgüter zu verstehen sind, > also Infrastruktur, Energieversorgungsnetze usw., bis zur staatlichen > Ebene - oder gleich Europa. Nur wenn du die Gesellschaftlichkeit von Produktion durch deine Autarkie erst weg definierst, musst du sie hinterher wieder reinkonstruieren. Wozu? Lass' doch die Gesellschaftlichkeit von Produktion einfach gleich drin! Grüße Stefan
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