Re: [ox-de] schlaraffenland

alfred morhammer <[email protected]> Fri, 28 May 2010 22:06:20 +0200
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hallo hans-gert,

Am 11.05.2010 11:01, schrieb Hans-Gert Gräbe:
> Hallo Alfred,
>
> alfred morhammer schrieb:
>>>> ich bin nämlich überzeugt, dass in der welt schon längst alles
>>>> existiert, um ein schlaraffenland für alle zu sein.
>>>
>>> Ja, Atomkraftwerke für die Energieerzeugung, Nano-Materialien mit 
>>> unklaren Wirkungen, weil sie die Blut-Hirn-Barriere leicht 
>>> durchbrechen können, große Chemie-Anlagen, wo ich lieber nicht 
>>> wissen will, was im Falle einer Havarie passieren würde
>> die oben erwähnten dinge sind m.e. die ergebnisse einer 
>> gesellschaftlichen + somit auch einer wirtschaftlichen systemlogik,
>> die zwar vorgibt das wohl der leute zum ziel zu haben, aber in 
>> wirklichkeit die zufriedenheit anderer gar nicht aushält.  ...
>
> Mein Punkt war die Janusköpfigkeit (bisher) jeder Technologie, und 
> dass es (bisher) viel menschliche (Kopf- und Hand-)Arbeit erfordert, 
> um diese Janusköpfigkeit einzufangen.
das ist ein punkt, der m.e. nix mit technologie, sondern mit der inneren 
haltung zu tun hat, mit der man anderen begegnet, denn selbst die eigene 
hand kann je nach pers. einstellung dazu benützt werden jemandem zu 
stützen oder zur faust geballt jemand damit verprügeln.

ich denke daher, janusköpfig liegt nie in der technologie, sondern immer 
nur in den anwendern
>
>
>> in meinem schlaraffenland schuften die maschinen. weil sie stärker +  
>> schneller sind erzeugen sie die fülle schneller als leute dies 
>> können. so etwas löst den gegensatz von genießer + schufter auf, 
>> vorausgesetzt die verteilungsmechanismen stimmen.
>
> In deinem Schlaraffenland scheint diese Janusköpfigkeit von 
> Technologie außer Kraft gesetzt zu sein.
ja weil im schlara die materielle fülle gegeben ist. damit gibt es keine 
rationalen gründe für ängste + konflikte, dass ein materielles bedürfnis 
unerfüllt bleiben müsste. auch deshalb, weil ALLE teilhabe an der fülle 
haben.

das groteske an der gegenwärtigen gesellschaftlichen situation ist, dass 
die überfülle produziert wird, denn von jean ziegler habe ich gehört, 
dass mengenmäßig  nahrungsmittel für die doppelte erdbevölkerung erzeugt 
werden. wenn das stimmt, kanns  wohl kein produktionsproblem sein wenn 
leute verhungern. es scheint mir, dass die teilhabe von bizarren 
umständen abhängt + dies noch als leistungsgerecht angesehen + verkauft 
wird + die meisten leute diesen offensichtlichen unfug skurrilerweise 
auch noch schlucken. irgendwie erinnert mich vieles das an das 
höhlengleichnis in platons politeia


> Die Argumente für ein solches Außer-Kraft-Setzen würden mich dann 
> schon interessieren. Wieso wird automatisch alles gut?
das obige beispiel mit der hand kann auch verdeutlichen, dass 
technologie nicht alles leisten kann. weder im positiven noch im 
negativen. daher kann durch technologie nicht automatisch alles gut werden.
wenn tatsächlich alles, also wirklich ALLES gut werden soll, dann geht 
dies m.e. übers bewusstsein.
bewusstseinsbildung durch bewusstseinswandel ist höchstwahrscheinlich 
der lösungsweg + wahrscheinlich sogar der einzige.
weil alles andre scheint mir nur symptombekämpfung zu sein, die 
kurzfristig manchmal gewünschte ergebnisse zeitigt, aber langfristig 
erwiesener maßen nix bringt

>
> Viele Grüße,
> hgg
alsdann, bis zum nextenmal . . . viel + leicht möglicherweise

a.mor


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