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Hallo Hans-Gert,
ja genau, das ist die. Ist immer noch unverschämt teuer beim DUV, ich
hatte damals aber keine Ahnung dass das auch anders gehen könnte.
Lass mich noch kurz folgende Bemerkung hier anbringen: ich hatte mich
ja damals auf diese Mertens-These von der "sinnhaften Vollautomation"
bezogen; Mertens hat noch 2006 diese These - in einem Vortrag vor dem
Verband der Hochschullehrer für BWL - bestätigt, meine Arbeit da
übrigens gönnerhaft lobend erwähnt, und dieses "Ziel" des "Betriebes,
den kein Arbeitnehmer mehr betreten muss" erneut ausgemalt. Ist das
nicht grotesk geradezu? das ist genau das negative Gegenstück der
marxistischen Verelendung und maximalen Kapitalbildung. Der
versammelte Sachverstand der BWLer in Deutschlandien sitzt da und
kapierts nicht.
Auf der anderes Seite wiederum: sowohl Marx als auch viele Marxisten
nach ihm haben diesen Trend der Umwandlung von "lebendiger Arbeit in
tote Arbeit" gesehen, positiv wiederum als Voraussetzung für neue
höhere Produktionsverhältnisse; ich habe hier schon mal die Textstelle
aus Ernest Mandel zitiert: "Wenn die Gesellschaft über einen Park
automatischer Maschinen verfügt, der genügend groà ist, um ihren
gesamten laufenden Bedarf zu decken, und wenn sie zusätzlich noch eine
ausreichende Reserve an Mehrzweckwerkzeugmaschinen besitzt, um
unvorhergesehenen Ereignissen begegnen zu können, dann ... [wird] ein
von allen materiellen und wirtschaftlichen Sorgen freier Mensch
geboren."
D h Mertens, Marx, und Mandel sind sich möglicherweise darin einig,
dass es diesen Trend zur Automation gibt, zum Bau von Parks von
automatischen Maschinen, aber: die haben alle zusammen nicht kapiert,
dass es darauf ankommt dass dieser Maschinenpark eben genau so
aussieht wie er sich heute - mit dieser maximalen Individualisierung,
auch Miniaturisierung, also im Prinzip mit digitalen Fabrikatoren und
Open Source - darstellt. Erst so kann dieser Maschinenpark diesen -
grossen und heiligsten! - Zweck erfüllen, der Menschheit zu diesem
grossen Fortschritt zu verhelfen: ein neuer von materiellen und
wirtschaftlichen Sorgen freier Mensch wird geboren.
Das scheint verdammt schwer zu kapieren zu sein.
Aber: wär doch nicht schlecht.
Gruss,
Ludger
-----Original-Nachricht-----
Subject: Re: [ox-de] Wert etc.
Date: Mon, 31 May 2010 18:05:51 +0200
From: Hans-Gert Gräbe <hgg-/a/s/[email protected]>
To: [email protected]
Hallo Ludger,
damit ich das besser verstehe:
[email protected] schrieb:
> Ich hatte das in meiner Diss.
Ist das "Wirtschaftsinformatik der 'langen Frist'"? Ich habe bei
http://books.google.de einen entsprechenden Link gefunden.
> einfach so gedeutet: es gibt diese
> grossen General-Trends: Automation und relative Sättigung auf der
> einen, und Individualisierung und Digitalisierung auf der anderen
> Seite, man könnte auch von Enforcement (durch den Markt und das
> Marktumfeld) und Enabling (durch Technik) sprechen, dann wird die
> grobe Linie eigentlich ganz klar: der Kern der Wertschöpfung wandert
> ans Ende der Wertschöpfungskette, also zum Produzenten, und wenn die
> Technik weit genug ist braucht man keine
Fremdversorgerorganisationen
> mehr, keine Unternehmen und keinen Markt... dann gibt es nur noch
die
> Selbstversorgerorganisationen, die sich gegenseitig mit STL-Files
und
> paar Rohstoffen beglücken.
>
> Was dieser Aufsatz von Naetar da Klärendes beitragen kann hat sich
mir
> nicht erschlossen.
Ich bezog mich auf deine Mail vom 28.05. 12:20 und die Bemerkungen zu
Prozess- und Produktinnovationen. Das Thema betrachtet Naetar m.E. von
einer anderen Seite.
> "Ist dies nicht eine weitere Windung in der Entfremdung? ...
Offensichtlich kann ich mich nicht ausreichend verständlich machen.
Lassen wir das also erst einmal beiseite.
Viele GrüÃe,
Hans-Gert
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Web-Site: http://www.oekonux.de/
Organisation: http://www.oekonux.de/projekt/
Kontakt: [email protected]
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