Re: Bildung nach Peer-Production-Prinzipien (was: Re: [ox-de] Reminder: Call for
"Franz Nahrada" <[email protected]> Tue, 15 Jun 2010 06:53:58 +0200
| Newsgroups | gmane.politics.oekonux.german |
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| Message-ID | <[email protected]> |
Hi Stefan, ja ich habe den Vortrag bei den Linux Tagen hehalten und ein wenig Resonanz gefunden. nochmals zur Idee: * "Peer Production" kann ein Produktionsverhältnis nicht nur zwischen Individuen sein, sondern auch zwischen Gemeinschaften. * In unserem Fall ist es so, dass wir konkrete Ansätze gemeinschaftlicher Organisation von Lebensvoraussetzungen vor uns haben, wie zum Beispiel den Umstand dass 3 Gemeinden im Waldviertel sich ihre Glasfaserleitungen selbst gelegt haben. Sie haben dort interveniert wo der Markt sogar laut offizieller EU Wahrnehmung versagt hat. * Wir zeigen nun dass auf dem Gebiet der Bildung, also auch in gewisser Weise immaterieller Produktion, eine Logik besteht, die gemeinsame Planung und Abstimmung nahelegt. > >In deinen Slides hast du das Problem angesprochen, dass >professionelles Material auch professionelles Personal erfordert >(hier jetzt in meinen Worten widergegeben). Ich denke, dass das >(heute) praktisch in allen Bereichen so ist. Die Welt ist so komplex, >dass Spezialisierung praktisch überall ist und dann brauchst du halt >ExpertInnen - auch wenn das in klassischen linken Kreisen nicht so >gerne gehört wird. Genau so ist es, wenngleich wir eben auch das Medium zuallererst auch für Massenqualifikation einsetzen wollen. Der Kapitalismus hinterlässt uns haufenweise dequalifizierte Menschen. Vieles an Eigenarbeit wäre möglich, wird aber systematisch unterbunden. Unsere Idee sind "Professionalisierungskerne", also gemeinschaftliche Unternehmungen mit Profis als Mentoren. Hier muss ich auch leider den (in Hamburg sogar seinerzeit öffentlich und erhitzt ausgetragenen) Streit zwischen Frithjof Bergmann und Christine Ax zitieren, wobei ich in vielen Punkten der letzeren Recht gegeben habe. > >Die Frage wäre für mich, ob das Format bei eurem Versuch wirklich das >Richtige ist. Ich habe ja auch jahrelang und länger radikale >politische Bildung an einer Uni gemacht. Meine Erkenntnis angesichts >stetig sinkender Besucherzahlen war schon damals, ob das Format der >Abendveranstaltung überhaupt noch zeitgemäà ist. Na, für *Studierende* >jedenfalls nicht, weil die ja studieren müssen... Waren das Zeiten, >als wir noch StudentInnen hatten... Auch hier hast Du recht, und neue Formate sind sicherlich an Möglichkeiten zu Zeit - und Freiraumgewinnung gebunden. Ich erinnere daran dass Du in meiner sicherlich verkürzten Betrachtungsweise noch immer als jemand existiert, für den das Existenzproblem der Leute auf die es ankommt gelöst ist. Das sehe ich nicht so. Ich sehe den Kampf um gemeinschaftliche Peer Production auch gekoppelt mit dem Kampf um neue Existenz- und Lebensmöglichkeiten. Interessanterweise ist das mit den Abendveranstaltungen in Kirchbach sehr erfolgreich gewesen, das heiÃt normale Menschen mit normalen Jobs haben eben üblicheweise wenn dann nur am Abend Zeit. Gruà aus WIen Franz ________________________________ Web-Site: http://www.oekonux.de/ Organisation: http://www.oekonux.de/projekt/ Kontakt: [email protected]