Re: Welches Backup ist das aktuelle?

Matthias Petermann <[email protected]>
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Hallo zusammen,

in letzter Zeit habe ich mich auch intensiv mit dem Thema Backup 
auseinandergesetzt und dabei bin ich auf ZPAQ gestoßen. ZPAQ ist ein 
robustes Datenformat mit offener Spezifikation, welches Deduplikation, 
Journaling (Versionierung) und Verschlüsselung (AES) bietet. Die 
gleichnamige Referenzimplementierung "zpaq" vereint diese Fähigkeiten in 
einem kompakten und portablen Tool. Mit zpaq konnte ich zahlreiche 
komplexe Skripte ersetzen. Ich denke, dass mein Beitrag hier vielleicht 
für einige von Interesse sein könnte.

Das ursprüngliche ZPAQ-Projekt[1] ist mittlerweile etwas veraltet, 
insbesondere da SHA-1 nicht mehr als sicher angesehen wird. Es gibt 
jedoch einen Fork[2], der versucht, einige Verbesserungen einzuführen.

ZPAQ spielt eine entscheidende Rolle in meiner Backup-Strategie. Neben 
den stündlichen lokalen ZFS-Snapshots mit Sanoid und den wöchentlichen 
Full-System-Backups mit ZFS Send auf einem externen USB-RAID stellt ZPAQ 
die dritte Sicherungsebene dar. Diese Ebene ist dafür gedacht, alle 
Nutzdaten vor Datenverlust bei katastrophalen Ereignissen wie 
Naturkatastrophen oder Elementarschäden zu schützen. Ich verwende mobile 
USB-Festplatten als Datenträger, die rotierend verwendet und teilweise 
geografisch verteilt gelagert werden. Die Sicherung erfolgt automatisch 
per Cron-Job jede Stunde, wobei jeder Datenträger ein "label"-File mit 
einer UUID besitzt. So wird erkannt, ob der Datenträger zwischenzeitlich 
gewechselt wurde. Nach einem Wechsel werden die veralteten Archive 
gelöscht und ein vollständiges Backup erstellt. Wenn kein Wechsel 
stattgefunden hat, werden geänderte Daten als neue Version an die 
bestehenden Archive angehängt. Dies wird von einem einfachen Shellscript 
gesteuert, das nicht der Rede wert ist.

Während dieses Prozesses habe ich auch ein Problem gelöst, das viele 
Unix/Linux-Enthusiasten bei der Verwaltung ihrer Heim-IT oft übersehen, 
so wie es bei mir bis vor Kurzem der Fall war: "Was passiert eigentlich, 
wenn der 'Administrator' nicht verfügbar ist, der Server ausfällt und 
ein Familienmitglied dringend auf wichtige Daten zugreifen muss?" Auf 
den mobilen Festplatten befinden sich nun ZPAQ-Backups aller 
Netzwerklaufwerke und Datenbanken. Die Festplatten sind im exFAT-Format 
formatiert, und neben den Archivdateien sind auch statisch verlinkte 
Binaries des ZPAQ-Programms für Windows, FreeBSD und Linux sowie eine 
Kurzanleitung als Textdatei enthalten. Dank exFAT kann von nahezu jedem 
gängigen Betriebssystem problemlos darauf zugegriffen werden, wodurch 
eine entscheidende Hürde genommen wird.

Viele Grüße & schönes Wochenende
Matthias


[1] https://mattmahoney.net/dc/zpaq.html
[2] https://github.com/fcorbelli/zpaqfranz

On 27.10.23 13:32, Jakob Mendel wrote:
> Hallo allerseits,
> 
> beim Stammtisch am Mittwoch hatte ich gefragt, wie man bei zwei externen
> Backup-Festplatten idiotensicher feststellen kann, welches Backup das
> aktuelle ist.
>
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