Re: Antischwabismus im Kinderlied :-)
Guenther Fischer <[email protected]>
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On 11. Oct 2021, Diedrich Ehlerding wrote (in article <[email protected]>): > Liebe Schwaben, > > ich bitte um Entschuldigung - ich (als Norddeutscher) verstehe ztwar > heschriebenes Schwäbisch und lese gern hier mit, aber ich kanns nicht > aktiv schreiben. > > Beim Blick in die heutige Zeitung wurde ich aber an Schwaben erinnert; > vielleicht schmunzelt ihr ja auch. > > Also hier ein Ausschnitt aus der hiesigen Tageszeitung, die sich um euer > seelisches Wohlbefinden Gedanken macht: > > > „Das Lied von den ,Drei Chinesen’ geht auch gar nicht mehr“, sagten > > sie nun. Um die politische Vertretbarkeit des Textes ist ja unlängst > > eine Debatte entbrannt. Auch meine Töchter werfen dem Lied, wenn ich > > es richtig verstanden habe, eine latente Kontrabassfeindlichkeit vor. > > „Ich kenne Lieder, die noch viel schlimmer sind“, sagte ich düster – > > und summte los. > > > > „Auf de schwäb‘sche Eisebahne gibt es viele Haltstatione ...“ Schon > > in > > den ersten Zeilen parodiert das scheinbar harmlose Kinderlied in > > entwürdigender Weise den Dialekt einer Minderheit, die es auch nicht > > immer leicht hat. > > > > „Stuegert, Ulm und Biberach, Meckebeure, Durlesbach“ – diese > > Auflistung von Ortsnamen fixiert alle Schwäbinnen und Schwaben dann > > auf ein bestimmtes Habitat und negiert pauschal mögliche > > Migrationserfahrungen. > > > > Es geht schließlich um einen dummen Bauern, der seinen Geißbock > > hinterm Zug anbindet und damit versehentlich umbringt. Es ist das > > Klischee des hinterwäldlerischen Häuslebauers, des kleingeistigen > > Kleinsparers. Der Text bedient hemmungslos antischwäbische Stereotype. > > Als alter norddeutscher Nicht-Schwabe kann ich die Betroffenheit der > > Betroffenen natürlich gar nicht recht nachfühlen. „Aber dieses Lied > > wimmelt vor unerträglichen Antischwäbismen“, sagte ich. > > > > Meine Töchter verdrehten die Augen. Vermutlich nahmen sie meine > > emotionale Aufgewühltheit nicht ernst. Ich finde aber, dass unsere > > Gesellschaft jeder Form von Schwabendiskriminierung entschieden > > entgegentreten muss. Alle Skandalstellen dieses Liedes werde ich > > künftig streichen. Übrig bleibt dann noch eine politisch garantiert > > saubere Grundbotschaft: „Trulla, trulla, trullala!“ Oh, auch da könnte sich irgendeine Trulla melden und sich diskriminiert fühlen....