Re: Schriftart nicht im Mapping File

"Reinhard Kotucha" (via tex-d-l Mailing List) <[email protected]>
Newsgroups gmane.comp.tex.german
Message-ID <[email protected]>
On 2024-03-23 at 14:57:27 +0100, "Norbert Zacharias" (via tex-d-l Mailing List) wrote:

 > Am 22.03.24 um 16:47 schrieb Reinhard Kotucha (via tex-d-l Mailing List):

 > > ACHTUNG! Diese E-Mail kommt von Extern! WARNING! This email
 > > originated off-campus.

Hallo Norbert,
das habe ich aber nicht geschrieben :)

 > > soweit ich mich erinnere, aber das ist nicht sehr gut dokumentiert.
 > > Ich vermisse eine Liste der veschiedenen Terminals.
 > 
 > In Gnuplot
 > 
 > help set term
 > 
 > Am Ende dieser Seite werden alle verfügbaren Terminals aufgelistet.
 > 
 > Einfach den Namen des entsprechenden Terminals als subtopic
 > angegben und man bekommt eine Hilfeseite zu dem entsprechenden
 > Terminal.

Ok, dann ist "set term postscript eps" richtig.  Man kann auch noch
die EPSF-Versionsnummern angeben (14 für 1.4 und 22 für 2.2) aber das
ist irrelevant weil weiter verarbeitende Programme nur den
%%BoundingBox-Kommentar auswerten und der so alt ist wie EPS selbst.

Ich hatte mir die PDF-Dokumentation angesehen und dort eine Liste
erwartet, also vielen Dank für den Hinweis.

 > Was die Qualität der Plots angeht, verzichte ich mal darauf eine 
 > Diskussion anzuzetteln ;-)

Es kommt immer darauf an welche Ansprüche man stellt.

Ich hatte Gnuplot seit 20 Jahren nicht mehr benutzt.  Ein Problem war
damals z.B daß Gnuplot eine logarithmisch skalierte Achse so beschriftet
hatte:

         0.1
        0.01
       0.001
      0.0001
     0.00001
    0.000001
   0.0000001
  0.00000001

Alternativ konnte man die Achsen auch in Exponentialform (1e-6)
beschriften lassen.  Beides war nicht akzeptabel.  Daher der Umweg
über Metapost.

Gnuplot muß Platz für Objekte reservieren.  Es kann zwar TeX-Code
ausgeben, aber da kein TeX involviert ist, ist es nicht möglich heraus
zu finden wieviel Platz wirklich benötigt wird.

Eine Legende wird in einem umrahmten Rechteck dargestellt.  Um die
Größe des Rechtecks zu ermitteln zieht Gnuplot den Inhalt heran.  Da
ja kein TeX involviert war kann nur die Zeichenkette selbst,
z.B. "\int\limits_{-\infty}^\infty", ausgewertet werden, die ja viel
breiter ist als das mit TeX formatierte Integral.

Sicherlich ist in den letzten 20 Jahren viel verbessert worden.  Ich
vermute daß die neueren Versionen mit den heute verfügbaren Terminals
besseren Output liefern und den größten Teil der Formatierung TeX
überlassen.

Um nochmal auf den Ansatz von Robin zurück zu kommen:

Die von Gnuplot erzeugte PostScript Datei wird einfach von Ghostscript
verarbeitet.  Da aber TeX nicht involviert ist gibt es auch kein
Kerning und keine Ligaturen.  Und daß nur die 35 LaserWriter-Fonts
benutzt werden können ist eine erhebliche Einschränkung.  Niemand
verwendet Helvetica freiwillig.  Und diese Schriften unterstützen
bestenfalls ISO-Latin-1 und ISO-Latin-9 und sind für den Rest der Welt
völlig unbrauchbar.  Nicht einmal unsere Nachbarn in Polen oder
Tschechien können diese Schriften verwenden.

Somit ist "set term postscript" ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

Aber was ist überhaupt der Vorteil von Gnuplot gegenüber pgfplots?

Alles Gute,
  Reinhard

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