Re: Leap 16.0 - Neuinstallation - Die schlechteste SUSE aller Zeiten

Daniel Bauer <[email protected]> Sun, 17 May 2026 20:06:19 +0200
Newsgroups gmane.linux.suse.general.german
Message-ID <[email protected]>

Am 15.05.26 um 22:48 schrieb Christian:
> Ich bin mit SUSE seit 6.4 unterwegs.
> 
> Die 16.0 habe ich heute das 1. Mal als Neuinstalltion installiert und 
> bin total **enttäuscht**
> Das ist die schlechteste SUSE, die ich jemals installiert habe.
> 
> Daß man einen neuen **Installer** machen möchte, kann ich verstehen. 
> Aber, daß der neue nicht annährend **feature-rich** wie der alte ist, 
> kann ich nicht verstehen. Wie kann ich mit sowas an den Start gehen, 
> wenn es nicht mindestens das gleiche kann wie der vorige Installer ?

Bin mit vielem einverstanden (aber... siehe am Schluss)
> 
> - Ich kann nicht partitionieren wie ich will

Ja, besonders stört mich, dass man nur entweder das ganze System (inkl. 
boot) verschlüsseln kann, oder dann gar nichts. Ich musste die Disks 
meine neuen PC's (kein Update) mit dem Rescue-System partitionieren und 
die Partitionen verschlüsseln und sie dann im Installer mit ziemlich 
undeutlich beschriebenen, (für mich) schwer zu findenden Klicks einbinden.
...
> - Ich kann nicht entscheiden, ob ich apparmor oder den anderen 
> Schwachsinn möchte.

Ich musste SELinux nach Beenden der Installation ruhig stellen, apparmor 
installieren und die Boot-Parameter entsprechend ändern. SELinux war 
nicht willens, die Zoneminder-App und Apache über einen Boot hinaus 
laufen zu lassen und Zoneminder Daten in ein Verzeichnis innerhalb von 
meinem home schreiben zu lassen. Es liess sich auch nicht mit 
stundelanger "Hilfe" von Google-AI, Qwen, ChatGPT und Grok dazu bewegen.

Ich finde, SELinux ist nicht reif, um schon auf normale User wie mich 
losgelassen zu werden.
...
> - Das System ist nach der Installation ohne aktiven **sshd**.
> Was soll das ? Ich werde noch nicht einmal gefragt, ob ich das so haben 
> möchte.

Bei mir war er da.

> - YaST scheint auch obsolet zu sein, weil es nicht standardmäßig 
> installiert ist. OK, was ist die ALternative ?
> cockpit ? Ist ja auch nicht installiert.

Ja, Yast ist weg, das ist für ein Gewohnheits-Tier wie mich schade, es 
war sehr einfach und übersichtlich. Cockpit muss man tatsächlich 
nachinstallieren, für die Programme ist myrlin vorhanden, aber das 
Meiste muss man jetzt direkt mit zypper machen. Das heisst: immer ein 
Browser-Fenster offen, in dem man den entsprechenden Befehl sucht...

...

Besonders hat mich gestört, dass alles, was mit sudo laufen sollte 
meinen User-Passwort verlangt hat, obwohl ich bei der Installation einen 
root-user eingerichtet hatte. Das liess sich aber beheben.

Stark fehlt mir die Software-Auswahl bei der Installation. Man kann mehr 
oder weniger KDE oder GNOME wählen, dann noch ob man LibreOffice und 
Apache/MariaDB will, aber mehr nicht. Keine Übersicht darüber, welche 
Programme tatsächlich installiert werden, keine Möglichkeit, zusätzliche 
Programme gleich mit zu installieren. Muss man alles nachher machen.

> Früher hab ich SuSE installiert und alles lief ... von Anfang an.
> Das Teil war sofort nutzbar. Der Installer war intuitiv und man konnte 
> **machen**

Nun ja, ich hatte mit verschiedenen Versionen meine Probleme. NVidia 
machte "hundert" Jahre lang Probleme nach jedem Kernel-Update. Aber ja: 
seit ein paar Jahren war Repositories anpassen und zypper dup genug für 
ein Versions-Update. So viel ich lese, soll das immer noch funktionieren 
(ich hoffe es für meinen anderen PC, der auch einmal dran kommen wird).

> Jetzt muss ich mir noch Gedanken machen, wie ich das nutzbar mache.
> Keine Ahnung wer Eure Zielgruppe ist. Aber so überzeugt Ihr niemanden 
> Linux zu verwenden ...
> So vergrault Ihr eher noch überzeugte SUSE Nutzer ...

Mein Aber:

Ich habe OS 16.0 seit Kurzem. Vieles ist anders. Es fühlt sich - glaube 
ich - vor Allem deswegen schlechter an, weil ich die Vorgehensweisen 
nicht gewohnt bin und nehme an, dass mir diese mit der Zeit genauso 
selbstverständlich und "natürlich" erscheinen, wie die bisherigen.

Es ist wie die Unterschiede zwischen Nikon und Canon, über die meine 
Berufskollegen so gerne streiten. Bei genauem Hinsehen gibt es aber gar 
keine wesentlichen Unterschiede - die Knöpfe sind an anderen Orten, die 
Menüs heissen anders. Reine Gewohnheitssache.

Vor "tausenden" von Jahren musste (wollte!) ich von Photoshop auf GIMP 
umstellen. Die vielen separaten Fensterchen, die völlig anderen Namen 
und Menüs im GIMP erschienen mit katastrophal. Wenn ich heute mal an 
einen Photoshop sitzen muss, finde ich seine Oberfläche völlig unlogisch 
und schrecklich kompliziert...

"Man gewhöhnt sich an alles, sogar ans Hängen, wenn einem das Baumeln 
nichts ausmacht" pflegte meine Grossmutter zu sagen. In dem Sinne hoffe 
ich auf rasche Gewöhnung :-)

-- 
Daniel Bauer photographer Basel Málaga
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