[ffii] Ratspraesidentschaft "beschliesst" Softwarepatent-Vereinbarung
PILCH Hartmut <[email protected]> 07 Mar 2005 13:58:29 +0100
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| Message-ID | <[email protected]> |
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PRESSEERKL=C3=84RUNG FFII -- [ Europa / Wirtschaft / EDV ]
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Ratspr=C3=A4sidentschaft "beschliesst" Softwarepatent-=C3=9Cbereinkunft
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7. M=C3=A4rz 2005 -- Die Rats-Pr=C3=A4sidentschaft hat heute die
Softwarepatent-Vereinbarung vom 18 May 2004, unter Verletzung der
Gesch=C3=A4ftsordnung und trotz Fehlen einer qualifizierte Mehrheit der
Mitgliedsstaaten und trotz Gegentr=C3=A4gen mehrerer Mitgliedsstaaten als
angenommen erkl=C3=A4rt.
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Bericht
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* Zypern hat zu Beginn der Rats-Sitzung eine schriftliche Erkl=C3=A4rung
eingereicht.
* Polen, D=C3=A4nemark, Portugal und andere (ohne Angabe) haben einen
B-Punkt (Diskussionspunkt) beantragt.
* Die Luxemburgische Ratspr=C3=A4sidentschaft f=C3=BChrte an, dass dies aus
Verfahrensgr=C3=BCnden nicht m=C3=B6glich sei, und dass dies den gesamten
Prozess unterminieren w=C3=BCrde -> die Sache bleibt auf der List der
A-Punkte.
* Luxemburg gab danach eine l=C3=A4ngere Erkl=C3=A4rung ab wie das EP
weiterhin eine Chance durch die zweite Lesung h=C3=A4tte, und zur
Bedeutung der Vermeidung von Rechtsunsicherheiten etc.
* D=C3=A4nemark sagte, dass es hier=C3=BCber ennt=C3=A4uscht war, aber akz=
eptierte
dies und reichte eine schriftliche Erkl=C3=A4rung ein.
* Im weiteren Verlauf wurde die Liste der A-Punkte vom Rat
angenommen.
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Fazit
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* Luxemburg hat die eigene Gesch=C3=A4ftsordnung des Rates [8]1
ignoriert, die besagt, dass ein Antrag auf einen B-Punkt (was in
dieser Phase das Selbe ist wie die Forderung einen A-Punkt zu
streichen) nur durch einen Mehrheitsbeschluss des Rates und nicht
nur durch die Pr=C3=A4sidentschaft, zur=C3=BCckgewiesen werden kann.
* Die L=C3=A4nder mit gegenteiliger Meinung haben "vergessen" die
Entfernung des A-Punktes von der Tagesordnung zu fordern.
Paragraph 3 h=C3=A4tte jedem einzelnen Land das Recht gegeben diesen
Punkt zu entfernen, da die luxemburgische Pr=C3=A4sidentschaft es
vers=C3=A4umt hat den Beschlusspunkt mehr als 14 Tage zuvor
anzuk=C3=BCndigen.
* Dies ist ein sehr trauriger Tag f=C3=BCr die Demokratie, und er legt
einen sehr dunklen Schatten =C3=BCber die europ=C3=A4ische Verfassung, d=
ie
dem Rat sogar noch mehr Macht verleihen wird.
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Weitere Nachrichten:
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Dieser Text ist unter
http://wiki.ffii.org/Cons0503007De
verf=C3=BCgbar und wird dort noch weiter erg=C3=A4nzt. Es gibt auch
Audio-Aufnahmen von der Sitzung. Beachten Sie ferner die
Softwarepatent-Nachrichten unter=20=20=20=20=20=20=20=20
http://wiki.ffii.org/SwpatcninoDe
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Kommentare
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Hartmut Pilch:
Die n=C3=A4chste Frage ist jetzt, wie der Rechtsausschuss des reagiert,
der heute um 18.00 in Stra=C3=9Fburg zu diesem Thema tagt.
Das EP muss nach EP-Regel 57 entscheiden, ob ein "Gemeinsamer
Standpunkt" vorliegt. Angesichts des heutigen eigenm=C3=A4chtigen
Verhaltens der Ratspr=C3=A4sidentschaft erscheint dies zweifelhaft. Ohne
"Geimeinsamen Standpunkt" kann das EP auch nicht zu einer zweiten
Lesung voranschreiten. Eventuell wird da der EuGH gefragt werden
m=C3=BCssen. Das EP hat ebenso wie die d=C3=BCpierten Regierungen von
D=C3=A4nermark, Polen, Portugal etc haben Zugang zum EuGH.
F=C3=BCr uns =C3=BCbrige Europ=C3=A4er bleiben vielleicht nur Mittel wie =
eine
Bewegung gegen die EU, und damit vor allem gegen die Annahme der
EU-Verfassung, die ja die EU legitimiert und den Rat erheblich zu
Lasten der anderen Institutionen st=C3=A4rkt. Zwar steht in Art I-46,
wie auch jetzt schon in Art 23 GG, unverbindlich etwas von
Verantwortlichkeit gegen=C3=BCber den nationalen Parlamenten, aber was
diese Forderung bedeutet, haben wir jetzt in kurzer Abfolge zwei mal
mitgeteilt bekommen: zun=C3=A4chst vom Kommissionspr=C3=A4sidenten Barros=
o,
jetzt von der Luxemburgischen Ratspr=C3=A4sidentschaft. In den n=C3=A4ch=
sten
Tagen werden wir noch erfahren, in wie weit auch unsere nationalen=20
Regierungen und Parlamente, z.B. in Berlin und Wien, sich mit
der Entdemokratisierung Europas abgefunden (und vielleicht heute
ein abgekartetes Spiel mitgespielt) haben.=20=20
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Kontakt
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Hartmut Pilch, FFII M=C3=BCnchen
[email protected]
tel. +49 (0)89 18979927
tel. +49 (0)174 7313590
Dieter Van Uytvanck, FFII Belgien
[email protected]
tel. +31 (0)6 275 879 10
Jonas Maebe, FFII Vorstand
[email protected]
tel. +32 (0)485 36 96 45
=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=
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=C3=9Cber den FFII -- http://www.ffii.org/
=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=
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Der FFII ist ein in M=C3=BCnchen eingetragener gemeinn=C3=BCtziger Verein f=
=C3=BCr
Volksbildung im Bereich der Datenverarbeitung. Der FFII unterst=C3=BCtzt
die Entwicklung =C3=B6ffentlicher Informationsg=C3=BCter auf Grundlage des
Urheberrechts, freien Wettbewerbs und offener Standards. =C3=9Cber 500
Mitglieder, 1200 Firmen und 80000 Unterst=C3=BCtzer haben den FFII mit
der Vertretung ihrer Interessen im Bereich der Gesetzgebung zu
Software-Eigentumsrechten beauftragt.
--=20
Hartmut Pilch, FFII e.V. B=C3=BCro M=C3=BCnchen +498918979927 Br=C3=BCssel =
+3227396262
Datenverarbeitung ist kein Gebiet der Technik http://swpat.ffii.org/
380.000 Stimmen 3000 Firmen gegen Logikpatente http://noepatents.org/
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