[ffii] Pressemitteilung: Unternehmerinitiatitiven gegen Softwarepatente in Hessen und Bayern gegründet
Johannes Sommer <[email protected]> Tue, 29 Mar 2005 19:12:24 +0200
| Newsgroups | gmane.org.ffii.neues |
|---|---|
| Organization | SIIC Sommer Communication |
| Message-ID | <[email protected]> |
PRESSEMITTEILUNG=20 29.03.2005 Initiative Hamburger Unternehmen gegen Patentierbarkeit von Software http://www.stop-swpat.de Pressemitteilung im pdf-Format:=20 http://www.stop-swpat.de/docs/Pressemitteilung_29.03.2005.pdf -------------- Unternehmerinitiatitiven gegen Softwarepatente in Hessen und Bayern gegr=FCndet Unternehmer in Hessen und Bayern schlie=DFen sich zusammen, um Softwarepatente zu verhindern, die ein Richtlinienentwurf nach der im Mai vorgelegten Fassung des EU-Ministerrats erm=F6glichen w=FCrde. Die Untern= ehmer setzen sich daf=FCr ein, dass die Vorstellungen des EU-Parlaments umgeset= zt werden, das sich f=FCr einen klaren Ausschluss der Patentierbarkeit von Software ausgesprochen hatte. Die Unternehmer verweisen dabei auch auf di= e Position des Deutschen Bundestags, der die Bundesregierung aufgefordert hatte, sich f=FCr klare Grenzen einzusetzen. Nach den ersten Gr=FCndungen in Hamburg [1], Schleswig-Holstein [2] und Niedersachsen [3] sind mit den hessischen [4] und bayrischen [5] Unternehmerinitiativen inzwischen f=FCnf Bundesland-spezifische Gruppen aktiv. Sie bieten Unternehmern die M=F6glichkeit, mit ihrer Unterschrift unter eine gemeinsame Erkl=E4rung ihre Forderung nach einer Verhinderung = von Softwarepatenten in der EU deutlich zu machen. Hierdurch wollen die Unternehmen den Druck auf die politischen Gremien verst=E4rken. Neben der politischen Arbeit wollen die Initiativen im Rahmen lokaler Treffen gegen=FCber anderen Unternehmen Aufkl=E4rungsarbeit leisten.=20 Gr=FCnder der Bayrischen Initiative ist der M=FCnchner SAP-Berater Dr. Ni= co Manicone: "Wir wollen deutlich machen, dass die Ablehnung von Softwarepatenten keine Forderung von Idealisten oder nur der "OpenSource-Gemeinde" ist, sondern dass eine =DCbereinstimmung mit dem wirtschaftliche Interesse der Mehrheit kleiner und mittlerst=E4ndischer Unternehmen besteht." Dass nicht nur reine Software-Unternehmen, sondern auch Unternehmen des produzierenden Gewerbes kein Interesse an Softwarepatenten haben, zeigt das Beispiel der Intego GmbH [6] aus Erlangen, die die Initiative unterst=FCtzt. Das Unternehmen stellt Kamerasysteme f=FCr die Kunststoff verarbeitende Industrie und Pr=FCfsyst= eme f=FCr die Halbleiterfertigung her und besch=E4ftigt =FCber zwanzig Mitarb= eiter. Ein weiteres Beispiel ist die ESR Pollmeier GmbH [7] aus Ober-Ramstadt in Hessen. Das Automatisierungstechnik-Unternehmen mit 45 Mitarbeitern ist a= uf hochdynamische elektrische Antriebe, sogenannte Servoantriebe, spezialisiert.=20 Dipl.-Math. Michael-Jordan Hrycaj, Vertreter der hessischen Initiative: "Wir sehen uns als Sprachrohr f=FCr die zahlreichen nachteilig betroffene= n Software-Unternehmen und Dienstleister. Auseinandersetzungen um Patentportfolios zu f=FChren k=F6nnen sich die wenigsten leisten." Mitbeg= r=FCnder der hessischen Initiative und gesch=E4ftsf=FChrender Gesellschafter der M= axina GmbH & Co. KG [8] , Hans-Peter Weecks: "Als KMU ist ein effektives Patentportfolio, trotz der gepriesenen Rechtsmittelhilfen und anderen Hilfestellungen, allein wegen der investierten Zeit nicht umsetzbar". Die Hessische Initiative z=E4hlt auch den IT-Ausschuss der IHK Offenbach zu i= hren Unterst=FCtzern. Dieser hatte bereits Anfang M=E4rz diesen Jahres in eine= m Positionspapier [9] =C4nderungen am Richtlinienentwurf gefordert. Auch di= e Unternehmensgruppe MAX21 AG [10] mit 11 Software entwickelnden Unternehme= n geh=F6rt zu den Unterst=FCtzern der Initiative. MAX21-Vorstand Metin Doga= n sieht durch Softwarepatente bis zu 80 Arbeitspl=E4tzen in der Gruppe bedr= oht.=20 Die nieders=E4chsische Unternehmerinitiative ist derweil erfolgreich gestartet: "Wir haben auf Anhieb Unterst=FCtzer in ganz Niedersachsen gewinnen k=F6nnen," sagt Dirk Hillbrecht, Gr=FCnder der Initiative. "Das = ist eine gute Ausgangsbasis f=FCr die weitere Arbeit." Mittlerweile ist auch = das erste Treffen der Initiative f=FCr den 5. April terminiert, in dem=20 Informationen ausgetauscht und das weitere Vorgehen abgesprochen werden. Unterst=FCtzer und Interessenten sind herzlich willkommen. Johannes Sommer, Gr=FCnder der Hamburger Initiative: =84Die entstehenden Unternehmerinitiativen zeigen deutlich, dass kleine und mittelst=E4ndisch= e Unternehmen ihre Interessen durch die Bundesregierung beim Thema Softwarepatente nicht vertreten sehen. Wegen der bef=FCrchteten erheblich= en negativen Konsequenzen bei Inkrafttreten des aktuellen EU-Richtlinienentwurfes sehen Unternehmer keine andere M=F6glichkeit, al= s sich zu organisieren und sich direkt bei ihren politischen Vertretern im Europaparlament f=FCr eine Ablehnung der Direktive im Europaparlament einzusetzen.=93 Die Bundesregierung hatte am 7. M=E4rz im EU-Ministerrat f=FCr den umstri= ttenen Entwurf gestimmt. Obwohl der Bundestag den aktuellen Entwurf in vielen Punkten kritisierte, hatte sie im Gegensatz zu acht anderen EU-Mitgliedsstaaten keine Zusatzerkl=E4rung abgegeben, um ihre Zustimmung= zu relativieren. Auch das Bundesjustizministerium hatte bis zuletzt beteuert= , sich f=FCr eine Verbesserung des aktuellen Richtlinienentwurfes einsetzen= zu wollen, ohne dass entsprechende Taten gefolgt waren. Jetzt m=FCssen =C4nderungen in der zweiten Lesung durch das Europaparlament eingebracht werden, f=FCr deren Annahme eine Mehrheit aller Mitglieder des Europaparlaments notwendig ist. Dies ist eine hohe H=FCrde, und es ist keinesfalls sicher, ob sie genommen werden kann. Auch bleibt nicht mehr viel Zeit, um Forderungen an die politischen Entscheidungstr=E4ger heranzutragen: Die zweite Lesung im Europaparlament wird voraussichtlich innerhalb der n=E4chsten 3 Monate erfolgen.=20 Die Hamburger Initiative sichert neu entstehenden Initiativen in anderen Bundesl=E4ndern ihre Unterst=FCtzung zu. Wie wichtig es deutschen Unterne= hmern ist, bei diesem Thema ihr Anliegen selbst zu vertreten, zeigen bereits vorliegende Anfragen aus Nordrhein-Westfalen, Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. [1] http://www.stop-swpat.de [2] http://schups.patentschmutz.de=20 [3] http://www.no-swpat.de [4] http://www.keine-softwarepatente-in-bayern.de [5] http://hessen-gegen-softwarepatente.de [6] http://www.intego.de [7] http://www.esr-pollmeier.de/swpat [8] http://www.maxina.de [9] http://hessen-gegen-softwarepatente.de (siehe Link dort) [10] http://www.max21.de/ ------------- =DCber die "Initiative Hamburger Unternehmen gegen Patentierbarkeit von Software" Die Initiative [1] wurde Anfang November letzten Jahres gegr=FCndet, um e= s Hamburger Firmen zu erm=F6glichen, in einer gemeinsamen Erkl=E4rung gegen= die geplante Patentierbarkeit von Software Stellung zu nehmen [2]. Ziel ist e= s zu erreichen, dass Unternehmen Software auch weiterhin ohne Einschr=E4nku= ng durch Patentanspr=FCche entwickeln und nutzen k=F6nnen. Die Initiative wi= ll politische Entscheidungstr=E4ger dazu bewegen, dem EU-Ratsentwurf [3] ih= re Zustimmung zu entziehen und stattdessen den Gegenentwurf des EU-Parlament= s [4] zu unterst=FCtzen. Die gemeinsame Erkl=E4rung wurde von 119 Unternehm= en im Grossraum Hamburg unterzeichnet [5]. [1] Hauptseite der Initiative mit weiterf=FChrenden Infos: http://www.stop-swpat.de [2] Wortlaut der gemeinsamen Erkl=E4rung http://www.stop-swpat.de/#erklae= rung [3] http://register.consilium.eu.int/pdf/de/04/st09/st09713.de04.pdf [4] http://www.stop-swpat.de/#erklaerung (siehe Link dort) [5] Unterst=FCtzerliste http://www.stop-swpat.de/unterstuetzer.html Erkl=E4rung=20 ------------ -- ------------------------------------------------------------------------- Initiative Hamburger Unternehmen gegen Patentierbarkeit von Software http://www.stop-swpat.de [email protected] c/o SOMMER COMMUNICATION internet integration consulting Initiator und V.i.S.d.P.: Dipl.-Phys. Johannes Sommer, Kuhm=FChle 4 22087 Hamburg Tel. +49 40 411 67 97 - 0 Fax +49 40 22 75 76 52 [email protected] ------------------------------------------------------------------------- _______________________________________________ Nachrichtenverteiler neues (un)subscribe via http://petition.ffii.org/ [email protected] http://lists.ffii.org/mailman/listinfo/neues