[ffii] Pressemitteilung: Softwarepatente: Haftungsrisiken unter der Lupe Geschäftsführer haften auch persönlich
Guido Heumann <[email protected]> Fri, 22 Apr 2005 21:32:24 +0200
| Newsgroups | gmane.org.ffii.neues |
|---|---|
| Organization | Sommer Communication siic |
| Message-ID | <[email protected]> |
Initiative Hamburger Unternehmen gegen Patentierbarkeit von Software http://www.stop-swpat.de Pressemitteilung im pdf-Format:=20 http://www.stop-swpat.de/docs/Pressemitteilung_22.04.2005.pdf PRESSEMITTEILUNG 22.04.2005 Softwarepatente: Haftungsrisiken unter der Lupe =96 Gesch=E4ftsf=FChrer h= aften auch pers=F6nlich Ein neues Papier der =84Initiative Hamburger Unternehmen gegen Patentierbarkeit von Software=93 [1] bringt Licht in die bisher wenig diskutierten konkreten Haftungsrisiken bei Patentverletzungen im Softwarebereich. In Zusammenarbeit mit den Hamburger Anwaltskanzleien Flick [2] und Dr. Bahr [3] beleuchtet die Initiative insbesondere den Aspekt der Gesch=E4ftsf=FChrerhaftung und der Verfahrenskosten. =20 =A0 Trotz grunds=E4tzlicher Haftungsbeschr=E4nkung sind auch GmbH-Gesch=E4ftsf=FChrer gem=E4ss der Rechtsprechung der letzten Jahre be= i Patent- oder Markenrechtsverletzungen regelm=E4=DFig einem gro=DFen pers=F6nlichen Haftungsrisiko ausgesetzt. Da eine Patentverletzung den Tatbestand einer unerlaubten Handlung erf=FCllt, k=F6nnen Gesch=E4ftsf=FC= hrer =96 auch nach dem Ausscheiden aus dem Betrieb =96 pers=F6nlich in unbegrenzte= r H=F6he haftbar gemacht werden, wenn Ihnen die Vernachl=E4ssigung ihrer Sorgfaltspflichten nachgewiesen wird.=20 Die Existenz von Softwarepatenten war bisher entweder nicht bekannt, oder sie wurden als rechtlich nicht durchsetzbar angesehen. Massnahmen zur Vermeidung von Patentverletzungen unterblieben daher in den meisten Software entwickelnden Unternehmen. Gesch=E4ftsf=FChrer dieser Unternehme= n unterliegen allerdings der Gefahr, dass Ihnen dies im Falle einer Patentverletzung als Verletzung ihrer Sorgfaltspflichten ausgelegt wird. Folge ist die unbegrenzte pers=F6nliche Haftung. Bisher war dies kein Problem, da die Wahrscheinlichkeit einer rechtlichen Auseinandersetzung wegen der unsicheren Durchsetzbarkeit dieser Patente gering war: Der Patentinhaber riskiert im Falle des Misserfolges nicht nur hohe Kosten, sondern auch die Nichtigkeit seines Patentes. =A0 Johannes Sommer, Vertreter der Hamburger Unternehmerinitiative: =84Die Situation =E4ndert sich allerdings gravierend, sollte der im Gesetz formulierte Ausschluss von Software von der Patentierbarkeit aufgehoben werden, wie es der Richtlinienentwurf [4] des Ministerrats der EU vorsieht. In diesem Fall werden die =FCber 30.000 entgegen dem Wortlaut des Europ=E4ischen Patent=FCbeinkommens erteilten Softwarepatente nachtr=E4glich legalisiert. Nat=FCrlich werden Patentinhaber dann versuch= en, aus ihren Patenten Kapital zu schlagen und mit rechtlichen Schritten gegen Patentverletzungen vorzugehen.=93 =A0 In dem achtseitigen Papier [5] stellt die Initiative auch die konkreten Kosten einer gerichtlichen Auseinandersetzung dar. So sind bei Patentverletzungen f=FCnfstellige Prozesskosten, bei Nichtigkeitsklagen auch sechsstellige Kosten im Rahmen des =DCblichen. Hinzu kommt die Abtretung bisher erzielter Eink=FCnfte und Schadensersatzforderungen. Dar=FCber hinaus kann der Patentinhaber die Unterlassung der Nutzung und die Vernichtung der Software sowie Auskunft dar=FCber verlangen, welche Kunden die patentverletzende Software einsetzen.=20 =A0 Die Initiative r=E4umt auch mit der M=E4r der kleinen Firma auf, die ihre Entwicklung mit einem Patent vor Konzernen sch=FCtzt: wegen der hohen Streitwerte und der damit verbundenen hohen Prozesskosten k=F6nnen sich kleine Unternehmen wahrscheinlich noch nicht einmal die Kosten f=FCr den Rechtsbeistand leisten, die sie f=FCr die Verteidigung ihrer Patente verauslagen m=FCssten.=20 Noch besteht die M=F6glichkeit, das Inkrafttreten des Richtlinienentwurfe= s abzuwenden. Doch die Zeit ist knapp, denn die zweite Lesung im EU-Parlament wird bereits im Juni erwartet. Sommer hofft daher, dass m=F6glichst viele Unterst=FCtzer die gemeinsame Erkl=E4rung gegen Softwarepatentierung unterzeichnen, damit die mittlerweile in sieben Bundesl=E4ndern vertretenen Unternehmerinitiativen ihre Forderungen gegen=FCber den politischen Entscheidungstr=E4gern mit dem notwendigen Nachdruck vorbringen k=F6nnen. [1] http://www.stop-swpat.de [2] http://www.kanzlei-flick.de=20 [3] http://www.dr-bahr.com [4] http://register.consilium.eu.int/pdf/de/04/st09/st09713.de04.pdf [5] http://www.stop-swpat.de/docs/haftung.pdf ------------ =DCber die "Initiative Hamburger Unternehmen gegen Patentierbarkeit von Software" Die Initiative [1] wurde Anfang November letzten Jahres gegr=FCndet, um e= s Hamburger Firmen zu erm=F6glichen, in einer gemeinsamen Erkl=E4rung gegen die geplante Patentierbarkeit von Software Stellung zu nehmen [2]. Ziel ist es zu erreichen, dass Unternehmen Software auch weiterhin ohne Einschr=E4nkung durch Patentanspr=FCche entwickeln und nutzen k=F6nnen. D= ie Initiative will politische Entscheidungstr=E4ger dazu bewegen, dem EU-Ratsentwurf [3] ihre Zustimmung zu entziehen und stattdessen den Gegenentwurf des EU-Parlaments [4] zu unterst=FCtzen. Die gemeinsame Erkl=E4rung wurde von 130 Unternehmen im Grossraum Hamburg unterzeichnet [5]. Die Initiative wird unterst=FCtzt vom Bundesverband mittelst=E4ndische Wirtschaft (BVMW) Nord [6] und dem Berufsverband der Selbst=E4ndigen in der Informatik (BVSI) [7]. =A0 [1] Hauptseite der Initiative mit weiterf=FChrenden Infos: http://www.stop-swpat.de [2] Wortlaut der gemeinsamen Erkl=E4rung http://www.stop-swpat.de/#erklaerung [3] http://register.consilium.eu.int/pdf/de/04/st09/st09713.de04.pdf [4] http://www.stop-swpat.de/#erklaerung (siehe Link dort) [5] Unterst=FCtzerliste http://www.stop-swpat.de/unterstuetzer.html [6] http://bvmwonline.de [7] http://www.bvsi.de=20 -- ------------------------------------------------------------------------- Initiative Hamburger Unternehmen gegen Patentierbarkeit von Software http://www.stop-swpat.de [email protected] c/o SOMMER COMMUNICATION internet integration consulting Initiator und V.i.S.d.P.: Dipl.-Phys. Johannes Sommer, Kuhm=FChle 4 22087 Hamburg Tel. +49 40 411 67 97 - 0 Fax +49 40 22 75 76 52 [email protected] ------------------------------------------------------------------------- _______________________________________________ Nachrichtenverteiler neues (un)subscribe via http://petition.ffii.org/ [email protected] http://lists.ffii.org/mailman/listinfo/neues