[ffii] Falsche Zitate in wirtschaftsfeindlichem WiWo-Artikel

[email protected] (PILCH Hartmut) Sun, 26 Jun 2005 11:34:06 +0200 (CEST)
Newsgroups gmane.org.ffii.neues
Message-ID <[email protected]>
Sehr geehrte Frau Wettach,
Sehr geehrte Wirtschaftswoche-Redaktion,

In Ihrem Artikel

  http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/id/125/id/117048/fm/0/SH/0=
/depot/0/index.html

schreiben Sie

  [...] vermischt sich in dieser Debatte Globalisierungskritik mit
  wirtschaftsfeindlicher  Ideologie.
  "Patente sind Diebstahl" t=F6nt etwa Hartmut Pilch [...]

Woher haben Sie das Zitat, das Sie mir zuschreiben?

Die Behauptung, Patente seien Diebstahl, ist falsch und stammt weder
von mir noch vom FFII.

Richtig w=E4re die Aussage: "Softwarepatente sind eine Form des
Diebstahls von geistigem Eigentum".  Aber auch das geh=F6rt nicht in
einen Kontext von "Globalisierungskritik".  Dem unversierten Leser
m=FCsste vorher erkl=E4rt werden, dass das "geistige Eigentum" im Bereich
der Software durch Urheberrecht und andere Mechanismen geschaffen
und hinreichend wirksam gesch=FCtzt wird, s.

	http://swpat.ffii.org/analyse/kopie/index.de.html

"T=F6nen" ist leider eine nur allzu treffende Umschreibung f=FCr den
Schreibstil des ZVEI und seiner PR-Agentur, an deren millionenschwerer
wirtschaftsfeindlicher Desinformationskampagne Sie nun offenbar
mitwirken.  Wir halten das Eintreten f=FCr sinnlose Regulierung zu
Lasten der funktionierenden marktwirtschaftlichen Mechanismen der
Innovation jedenfalls f=FCr wirtschaftsfeindlich.  Die gro=DFe Mehrheit
der Unternehmer in Deutschland ist da unserer Meinung.

Sie m=F6gen es trotzdem f=FCr "klar" halten, dass Firmen wie Sennheiser
mehr Patente zum Schutz gegen die Gelbe Gefahr brauchen, als das
Europaparlament ihnen zugestehen will.

Wenn Sie nicht nur den ZVEI sondern auch ein paar
Wirtschaftswissenschaftler dazu befragt h=E4tten, h=E4tten Sie u.U. ganz
andere Antworten bekommen.  Es gibt keine einzige seri=F6se Studie, die
den Nutzen von Softwarepatenten f=FCr die Volkswirtschaft belegt, und
viele, die das Gegenteil belegen, ja z.T. recht akribisch nachweisen

	http://swpat.ffii.org/archiv/spiegel/wirkung.de.html

was anhand der weitgehend offensichtlichen Unsinnigkeit der erteilten
Patente=20

	http://swpat.ffii.org/patente/index.de.html
	http://gauss.ffii.org/

eigentlich keines Nachweises mehr bedarf.

Gegenteilige Behauptungen aufzustellen, ohne sich die M=FChe dieser
Recherche zu machen, das w=FCrde ich als "T=F6nen" bezeichnen.
=20
Sie f=FCgen m.E. mit Artikeln dieser Art der deutschen Wirtschaft und
dem Ansehen der Presse in Deutschland nachhaltigen Schaden zu.  Falls
die Entscheidung im Europ=E4ischen Parlament in dem von Ihnen f=FCr
"wirtschaftsfreundlich" gehaltenen Sinne verl=E4uft, werden sich die von
sinnlosen Monopolanspr=FCchen geplagten Unternehmen aller Gr=F6=DFen auf
Jahre hinweg immer wieder bei der "Wirtschaftswoche" bedanken.

Angesichts der unbegr=FCndeten Schm=E4hungen und falschen
Tatsachenbehauptungen in Ihrem Artikel halte ich es als Nicht-Jurist
auch nicht f=FCr ausgeschlossen, dass die Mehrheit der Gesch=E4digten Sie
vor Gericht zum Schadensersatz heranziehen kann.  Das w=E4re sicherlich
eine Pr=FCfung wert.  Es gibt zwar kein Marktversagen im Bereich des
Geistigen Eigentums der Software, aber es gibt wohl ein Versagen
unseres Medienwesens gegen=FCber Maulw=FCrfen, die sich mit teuren
Kampagnen redaktionelle Beitr=E4ge in angesehenen Zeitschriften kaufen,
um sich zu Lasten der Allgemeinheit staatlich gew=E4hrte Pfr=FCnde zu
sichern.

Ich m=F6chte Sie jedenfalls bitten, das falsche Zitat zu entfernen, und
nach Wegen der Wiedergutmachung zu suchen.

Wir veranstalten am Mittwoch in Br=FCssel eine Pressekonferenz zum Thema

    http://www.wirtschaftliche-mehrheit.de/konf050629/

die Ihnen dazu einige Aufh=E4nger geben k=F6nnte.

Wir w=E4ren auch bereit, einen Ihnen Artikel zu liefern, der --
selbstverst=E4ndlich globalisierungs- und wirtschaftsfreundlicher Sicht
-- Ihren Lesern erkl=E4rt, was hier auf dem Spiel steht.

Vielen Dank

--
Hartmut Pilch, FFII.org, B=FCro M=FCnchen +498918979927, Br=FCssel +32273=
96262
Innovation statt Monopolschutz!  http://www.wirtschaftliche-mehrheit.de/



   =20













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