[ffii] BMI fuer offene, BMWi fuer patentierte Standards
PILCH Hartmut <[email protected]> Tue, 3 Jul 2007 03:27:08 +0200 (CEST)
| Newsgroups | gmane.org.ffii.neues |
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| Message-ID | <[email protected]> |
Nach dem Willen f=FChrender Abgeordneter der Berliner Koalition aus CDU und= SPD soll der Bundestag am Freitag morgen um 00:30 beschlie=DFen, im =F6ffentlic= hen Raum "offene Standards" durchzusetzen. Ein lobenswertes Vorhaben, doch lei= der wird dabei der Begriff "offene Standards" so umdefiniert, dass darunter patentierte Standards fallen, die nur im Rahmen restriktiv lizenzierter Software-Produkte verwendet werden d=FCrfen. Und das ist kein Versehen. D= ie f=FChrenden Parlamentarier wenden sich bewusst gegen wettbewerbsfreundliche EU-Vorgaben. Sie sagen recht unumwunden, worum es ihnen geht, n=E4mlich jeglichen Anschein einer "Diskriminierung" gegen den Monopolisten zu vermeiden. Genannt werden dabei etwa dessen Versuche zur Unterminierung des ODF-Standards, denen gegen=FCber der Bundestag nat=FCrlich, anders als die = EU, eine "neutrale" Haltung einnehmen muss. Der Monopolist muss, so lautet das Argument, seine faire Chance erhalten, eigene Standards wie OOXML und damit verbundene Lizenzmodelle auf dem Markt durchzusetzen. Hiervon sind besonde= rs die Experten der CDU/CSU =FCberzeugt. R=FCckendeckung erhalten sie dabei a= us dem Wirtschaftsministerium (BMWi), in dem erst letzte Woche der wohl nach wie v= or f=FChrende Softwarepatent-Aktivist der CDU/CSU, Joachim W=FCrmeling, die Zust=E4ndigkeit f=FCr die Innovationspolitik =FCbernahm. Die SPD verh=E4lt sich nach wie vor passiv. Allerdings haben innerfraktion= elle Kritiker dieses Kurses durch ein Schreiben des Innenministeriums (BMI) Aufw= ind bekommen, das sich f=FCr eine =DCbernahme der wettbewerbsfreundlicheren EU-Definition stark macht. Die drei Oppositionsparteien FDP, Gr=FCne und Linke sind bisher ebenfalls f= =FCr echte offene Standards eingetreten. Die FDP scheint inzwischen jedoch zu wackeln. Diverse Ger=FCchte, die dies erkl=E4ren, finden ihre Best=E4tigun= g darin, dass die FDP-Mitarbeiter neuerdings nach au=DFen recht wortkarg geworden si= nd. Der FFII hat die Entwicklung intensiv verfolgt und seine deutschen Unterst=FCtzer aufgerufen, sich an ihre Abgeordneten und die Presse zu wend= en, damit das skandal=F6se Ansinnen der f=FChrenden Fach-Abgeordneten aus dem Wirtschaftsausschuss =FCbermorgen nicht unbemerkt durch das Plenum rutschen kann. Wer an [email protected] schreibt, erh=E4lt von uns dabei soweit m=F6glich hilfreiche Hinweise. =DCber den neuesten Stand berichten wir ferner auf http://www.ffii.de/wiki/offenestandards -- Hartmut Pilch 089-18979927 Vorsitzender FFII Deutschland http://www.ffii.de/ _______________________________________________ Nachrichtenverteiler neues = (un)subscribe via http://petition.ffii.org/ [email protected] https://lists.ffii.org/mailman/listinfo/neues