[ffii] Softwarepatente: Spielt Europäisches Pa tentamt Gesetzgeber?
"Ivan F. Villanueva B." <[email protected]> Sat, 28 Mar 2009 16:47:49 +0100
| Newsgroups | gmane.org.ffii.neues |
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| Message-ID | <20090328154749.GC32022@artificialidea> |
Pressemitteilung - [Europa / Wirtschaft / Innovation] =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D= =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D= =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D Softwarepatente: Spielt Europ=E4isches Patentamt Gesetzgeber? =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D= =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D= =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D Berlin, 27. M=E4rz 2009 =96 Auf h=F6chster Ebene des Europ=E4ischen Patenta= mtes wird in diesem Jahr die Erteilung von Softwarepatenten voraussichtlich best=E4tigt. Der FFII weist darauf hin, dass diese folgenreiche Entscheidung erstens vorbei am Gesetzgeber und zweitens in einer Beh=F6rde getroffen wird, die ein unmittelbares wirtschafliches Interesse an der Erteilung moeglichst vieler Patente hat. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass in dieser Angelegenheit der Deutsche Bundestag Ber=FCcksichtigung findet. Dieser hatte bereits im Februar 2005 interfraktionell Kritik an der Erteilungspraxis von Softwarepatenten ge=FCbt und h=F6here Standards beim Technikbegriff angemahnt. Die Pr=E4sidentin des Europ=E4ischen Patentamtes (EPA), Alison Brimelow, hat im Oktober 2008 eine Anfrage an die Gro=DFe Beschwerdekammer gerichtet, in welcher die Interpretation des Europ=E4ischen Patent=FCbereinkommens (EP=DC) im Bezug auf die Nicht-Patentierbarkeit von Software =FCberpr=FCft werden soll. Benjamin Henrion, Pr=E4sident des FFII, kommentiert: =84Der derzeitige Plan der Patentlobby ist offensichtlich: Eine neue demokratische legislative Diskussion zu Softwarepatenten vermeiden, die bestehende Praxis des Europ=E4ischen Patentamtes durch das Patentgericht legalisieren lassen, und in der Folge die Gerichte durch die Entscheidung der Gro=DFen Beschwerdekammer steuern. Ihr Ziel ist es, die Intervention des eigentlichen, demokratischen Gesetzgebers im Bezug auf das materielle Patentrecht abzuwenden. Man darf das Feld nicht Patentjuristen und Lobbyisten =FCberlassen. Fachkundige =D6konomen, vor allem aber die betroffenen europ=E4ischen Klein- und Mittelbetriebe m=FCssen in eine breite Diskussion einbezogen werden.=93 Die soeben bekanntgewordene Zusammensetzung der Gro=DFen Beschwerdekammer best=E4tigt diese Einsch=E4tzung. Drei der sieben Mitglieder, Peter Messerli, Dai Rees und Andr=E9 Klein, belegen F=FChrungspositionen des Europ=E4ischen Patentamtes. Weiterhin geh=F6ren Martin Vogel, Patentanwalt aus Deutschland, Michael Dorn vom D=E4nischen Patentamt und den Richtern Jean-Pierre Seitz und Kai H=E4rmand dem Gremium an. Der Deutsche Bundestag sprach sich schon im Februar 2005 nach einem entsprechenden interfraktionellen Antrag gegen die Patentierung von Software aus. Unter dem Titel =84Wettbewerb und Innovationsdynamik im Softwarebereich sichern =96 Patentierung von Computerprogrammen effektiv begrenzen=93 wurde der Nutzen solcher Patente besonders mit Hinblick auf =84standort-, wettbewerbs- und innovationspolitische Aspekte=93 in Frage gestellt. Nach Auslegung des Bundestags erscheint es jedoch auch grunds=E4tzlich als zweifelhaft, dass Software das Kriterium eines =84technischen Beitrags=93, der f=FCr eine Patentierung notwendig ist, erf=FCllt. Nach Ansicht des Parlaments bergen =84ausufernde Patentanspr=FCche oder Trivialpatente [...] die Gefahr, die gesellschaftliche Akzeptanz des Patentsystems als effektives Innovations- und Fortschrittsinstrument auszuh=F6hlen.=93 Der Antrag forderte daher ausdr=FCcklich eine =84unabh=E4= ngige Evaluierung der umstrittenen j=FCngeren Patentierungspraxis des Europ=E4ischen Patentamtes.=93 Ivan Villanueva, Initiator der europ=E4ischen Petition Stopsoftwarepatents.eu, vermutet hinter der Anfrage Brimelows ein Ablenkungsman=F6ver. Villanueva findet deutliche Worte: =84Es ist Zeit, dass der Gesetzgeber endlich einen Schlussstrich unter die Patentierbarkeit von Software zieht, auf nationaler und auf europ=E4ischer Ebene. Die wirtschaftlichen und institutionellen Interessen der Rechtsfluchthelfer und Nutznie=DFer von Patentanmeldungen und -gerichtsverfahren in den =C4mtern d=FCrfen dabei keine Rolle spielen. Der Gesetzgeber darf sich nicht das Heft von den Institutionen aus der Hand schlagen lassen.=93 =3D=3D=3D=3D=3D Links =3D=3D=3D=3D=3D FFII Seite zu der Anfrage: http://www.ffii.org/EPOReferral Mitteilung des EPA bez=FCglich der Anfrage: http://www.epo.org/topics/news/2008/20081024.html Interfraktioneller Antrag des Deutschen Bundestags http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/15/044/1504403.pdf Dauerhafter Link zu dieser Pressemitteilung: http://www.ffii.de/wiki/PmRefEBOA092703De =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D Kontakt =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D FFII Deutschland de-help (at) ffii.org Tel./Fax: +49-30-417-22-597 Tel. +49-89-18979927 http://www.ffii.de/ =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D =DCber den FFII =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D Der FFII ist ein in mehreren europ=E4ischen L=E4ndern eingetragener gemeinn=FCtziger Verein, der die Entwicklung =F6ffentlicher Informationsg=FCter auf Grundlage des Urheberrechts, freien Wettbewerbs und offener Standards unterst=FCtzt. =DCber 850 Mitglieder, 3.500 Unternehmen und 100.000 Unterst=FCtzer haben den FFII beauftragt, ihre Interessen bez=FCglich Eigentumsrechten im Bereich der Datenverarbeitung zu vertreten. _______________________________________________ Nachrichtenverteiler neues = [email protected] https://lists.ffii.org/mailman/listinfo/neues