Re: [ox-de] Re: [ox-de] Vorstellung - neu im Club
Hans-Gert Gräbe <hgg-/a/s/[email protected]> Wed, 28 Apr 2010 09:11:56 +0200
| Newsgroups | gmane.politics.oekonux.german |
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| Message-ID | <[email protected]> |
Lieber Franz, lieber Ludger, wieso bereitet mir eure Vision eines vollautomatisierten Schlaraffenlands immer mehr Herzdrücken, gerade auch mit Blick auf die Kollateralschäden bereits heutiger Automatisierung, die sich mit eurer "universal programmierbaren Produktionsmaschine" ja nur potenzieren können? Vor allem, wenn "jeder potentielle Konsument so ein Ding besitzt"? In eurer Utopie scheint es keinerlei Konflikte mehr zu geben? Im Ãbrigen ist die Wertform nicht an die Güterförmigkeit von Leistungen gebunden und folglich nicht am Ende, wenn ein Aspekt der Güterförmigkeit von Leistung (und zwar nur von gewisser standardisierter Leistung, so standardisiert, dass sie sogar eine Maschine vollbringen kann; Bruno Buchberger nennt das "Trivialisieren"), nämlich die Komposition aus - dafür noch immer erforderlicher - Ressourcen weitgehend trivial wird. Und schlieÃlich, ist euer Blick auf's Ganze nicht der Blick (auf die Sopielwiese) des MWW? http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?HansGertGraebe/CSSW07/Thesen Ich denke, die hier vorgetragene Argumentation greift deutlich zu kurz. Aber das zu hören ist ja auch nicht neu aus meiner Ecke. Wollt's hier nur noch mal einwerfen. Viele GrüÃe, Hans-Gert Franz Nahrada schrieb: > [email protected] schreibt: >> Der Witz war eben der, dass sich ja auf die Weise >> das volkswirtschaftliche Argument, dass ein vollautomatisiertes >> Unternehmen ja kreislauftheoretisch in absurde Zustände führt und >> daher notwendigerweise ein "Ãbergang" der Produktionsmittel in die >> Verfügungsgewalt der - potentiellen - Konsumenten angenommen werden >> müsste, um diesen Kreislaufkollaps zu verhindern, dass >> diese argumentative Schwierigkeit sich ja quasi von selbst auflöst, >> denn eine universal programmierbare Produktionsmaschine kann >> schlechterdings kein "Unternehmen" sein, es wäre völlig sinnlos, so >> eine Maschine als "Unternehmen" mit Gewinnabsicht betreiben zu wollen, >> wenn sie denn allgemein volkswirtschaftlich verfügbar ist, denn dann >> kann eben jeder potentielle Konsument so ein Ding besitzen, und sich >> mit beliebigen Konsumgütern selbst versorgen, und jeder Unternehmer >> ginge mit seinem gewinnorientiert eingesetzten Fabber pleite. > > > hat schon Norbert Wiener gewusst: > > 1948 schreibt er in "Kybernetik" > > "Es kann nicht gut sein, diese neuen Kräfteverhältnisse in den Begriffen > des Marktes abzuschätzen, des Geldes, das sie verdienen. Wenn man sich > diese Revolution abgeschlossen denkt, hat das durchschnittliche > menschliche Wesen mit mittelmäÃigen oder noch geringeren Kenntnissen > nichts zu verkaufen, was für irgendjemanden das Geld wert wäre. Die > Antwort ist natürlich, dass wir eine Gesellschaft haben müssen, die auf > menschliche Werte gegründet ist und nicht auf Kaufen und > Verkaufen."(Kybernetik, 59ff) > > gerade weil das Warensystem auf Arbeit als Wertsubstanz aufgebaut ist, ist > es mit der automatisierten Welt so inkompatibel. > > siehe http://marx101.blogspot.com/2009/06/darstellungsvoraussetzungen.html > ________________________________ Web-Site: http://www.oekonux.de/ Organisation: http://www.oekonux.de/projekt/ Kontakt: [email protected]