Re: [ox-de] Re: [ox-de] Vorstellung - neu im Club
alfred morhammer <[email protected]> Wed, 28 Apr 2010 22:07:49 +0200
| Newsgroups | gmane.politics.oekonux.german |
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| Message-ID | <[email protected]> |
[Converted from multipart/alternative] [1 text/plain] hallo, viele vorteilhafte dinge können durch einen ungeeigneten umgang mit ihnen oder in einem ungeeigneten umfeld angewandt zu einem schuss ins eigene knie werden. so ist es m.e. höchst vorteilhaft, wenn leute bei der herstellung von erforderlichen gütern nicht schwitzen müssen, sondern mit effizienten maschinen + in hoffentlich noch effizienter gestalteten arbeitsabläufen diese güter hergestellt werden. daher existiert nun auch schon seit einiger zeit soetwas, das pointiert ausgedrückt lautet: es kann in immer kürzerer zeit immer mehr produziert werden ein umstand, der auch als produktion von fülle + damit gleichzeitig verbunden als die überwindung des mangels + der knappheit bezeichnet werden kann. stimmt aber das umfeld nicht, weil z.b. die verteilungsmechanismen völlig perverse sind, dann ist die produktion keine produktion der fülle, sondern eine produktion für die müllhalde. ich habe mehrmals jean ziegler sagen gehört, dass zahlen der united nations-zahlen belegen, dass gegenwärtig nahrungsmittel in einer menge erzeugt werden, die annähernd für die doppelte weltbevölkerung reichen. trotzdem verhungert täglich eine unzahl von leuten. m.e. ist nicht das schlaraffenland das bedrohliche, sondern es ist jenes denken + verhalten, das es ermöglich, dass im schlaraffenland strukturen + mechanismen etabliert werden, die oben erwähnte absurditäten (verhungern bei vollen schüsseln) zur folge haben. ich bin nämlich überzeugt, dass in der welt schon längst alles existiert, um ein schlaraffenland für alle zu sein. aber was nützt das, wenn im alltag die einfachsten sachen missachtet werden, trotzdem die technischen entwicklungen vorne weg preschen (dafür genügt eine intelligente minderheit, die all diese dinge entwickelt) aber die sozialen innovationen, im verhältnis dazu, im schneckentempo hintennach kriechen, weil eine unzahl von gelebten vorurteilen + irrtümern sie am mitsprinten hindern. weil in den sogenannten mehrheitsdemokratien eine manipulierte + eingelullte mehrheit sich in analphabetenmanier mit kreuzelschreibereien begnügt, weil sie zauberlehrlingen, die ihr noch dazu recht erfolgreich des kaisers neue kleider andreht, auf den leim geht daher ist nicht das schlaraffenland das problem, sondern das denken jener leute, + das ist m.e. die überwiegende mehrheit, deren denkmuster nicht mit der ständig steigenden fülle mithalten können, weil sie nicht von den kategorien arbeitsplätze, geld, eigentum + warenwerte lassen können. wenn ein so richtig ungeschickter handwerker sehr lange braucht um ein werkstück zu erzeugen + ein geschickter deshalb als geschickt gilt, weil er in viel kürzerer zeit, das gleiche werkstück gleich gut oder besser herstellt, dann ist es für mich nur eine frage der zeit, bis die geschicklichkeit so weit angewachsen ist, dass so gut wie alles in extrem kurzer zeit herstellbar ist. + ich bin heut schon gespannt, was dann all jene leut machen werden, die schon heute nicht aus ihrem arbeitstier-denken u. arbeitstier-verhalten rauskommen. für etliche scheinen zeiten mit richtig harten umständen im anmarsch zu sein. alsdann, bis zum nextenmal . . . viel + leicht möglicherweise a.mor Am 28.04.2010 09:11, schrieb Hans-Gert Gräbe: > Lieber Franz, lieber Ludger, > > wieso bereitet mir eure Vision eines vollautomatisierten > Schlaraffenlands immer mehr Herzdrücken, gerade auch mit Blick auf die > Kollateralschäden bereits heutiger Automatisierung, die sich mit eurer > "universal programmierbaren Produktionsmaschine" ja nur potenzieren > können? Vor allem, wenn "jeder potentielle Konsument so ein Ding > besitzt"? In eurer Utopie scheint es keinerlei Konflikte mehr zu geben? > > Im Ãbrigen ist die Wertform nicht an die Güterförmigkeit von > Leistungen gebunden und folglich nicht am Ende, wenn ein Aspekt der > Güterförmigkeit von Leistung (und zwar nur von gewisser > standardisierter Leistung, so standardisiert, dass sie sogar eine > Maschine vollbringen kann; Bruno Buchberger nennt das > "Trivialisieren"), nämlich die Komposition aus - dafür noch immer > erforderlicher - Ressourcen weitgehend trivial wird. > > Und schlieÃlich, ist euer Blick auf's Ganze nicht der Blick (auf die > Sopielwiese) des MWW? > http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?HansGertGraebe/CSSW07/Thesen > > Ich denke, die hier vorgetragene Argumentation greift deutlich zu > kurz. Aber das zu hören ist ja auch nicht neu aus meiner Ecke. Wollt's > hier nur noch mal einwerfen. > > Viele GrüÃe, > Hans-Gert > > Franz Nahrada schrieb: >> [email protected] schreibt: >>> Der Witz war eben der, dass sich ja auf die Weise >>> das volkswirtschaftliche Argument, dass ein vollautomatisiertes >>> Unternehmen ja kreislauftheoretisch in absurde Zustände führt und >>> daher notwendigerweise ein "Ãbergang" der Produktionsmittel in die >>> Verfügungsgewalt der - potentiellen - Konsumenten angenommen werden >>> müsste, um diesen Kreislaufkollaps zu verhindern, dass >>> diese argumentative Schwierigkeit sich ja quasi von selbst auflöst, >>> denn eine universal programmierbare Produktionsmaschine kann >>> schlechterdings kein "Unternehmen" sein, es wäre völlig sinnlos, so >>> eine Maschine als "Unternehmen" mit Gewinnabsicht betreiben zu wollen, >>> wenn sie denn allgemein volkswirtschaftlich verfügbar ist, denn dann >>> kann eben jeder potentielle Konsument so ein Ding besitzen, und sich >>> mit beliebigen Konsumgütern selbst versorgen, und jeder Unternehmer >>> ginge mit seinem gewinnorientiert eingesetzten Fabber pleite. >> >> >> hat schon Norbert Wiener gewusst: >> >> 1948 schreibt er in "Kybernetik" >> >> "Es kann nicht gut sein, diese neuen Kräfteverhältnisse in den Begriffen >> des Marktes abzuschätzen, des Geldes, das sie verdienen. Wenn man sich >> diese Revolution abgeschlossen denkt, hat das durchschnittliche >> menschliche Wesen mit mittelmäÃigen oder noch geringeren Kenntnissen >> nichts zu verkaufen, was für irgendjemanden das Geld wert wäre. Die >> Antwort ist natürlich, dass wir eine Gesellschaft haben müssen, die auf >> menschliche Werte gegründet ist und nicht auf Kaufen und >> Verkaufen."(Kybernetik, 59ff) >> gerade weil das Warensystem auf Arbeit als Wertsubstanz aufgebaut >> ist, ist >> es mit der automatisierten Welt so inkompatibel. >> siehe >> http://marx101.blogspot.com/2009/06/darstellungsvoraussetzungen.html >> > ________________________________ > Web-Site: http://www.oekonux.de/ > Organisation: http://www.oekonux.de/projekt/ > Kontakt: [email protected] > [2 text/html] ________________________________ Web-Site: http://www.oekonux.de/ Organisation: http://www.oekonux.de/projekt/ Kontakt: [email protected]