Wert etc. (was: [ox-de] Re: [ox-de] Re: [ox-de] Vorstellung - neu im Club)
Stefan Merten <[email protected]> Thu, 27 May 2010 19:16:51 +0200
| Newsgroups | gmane.politics.oekonux.german |
|---|---|
| Message-ID | <[email protected]> |
Hi Ludger et al! Last month (29 days ago) Ludger Eversmann@t-online de wrote: > Norbert Wiener war offenbar schon damals klar, dass "der Automat" > früher oder später menschliche Arbeitskraft in grossem Umfang ersetzen > wird, und dass damit die Grundlagen der auf der Vollbeschäftigungsidee > basierenden Marktwirtschaft ins Wanken geraten werden. Hier gibt es sogar zwei Fronten. Die immer weniger notwendige menschliche Arbeitskraft ist die eine. Aber die immer schlechter zu unterbindende Ausreichendheit tötet die Knappheit praktisch. Und ohne Knappheit keine Ware. > Aber was ist aus dieser Erkenntnis gewonnen mit Blick auf mögliche > Alternativen - eben leider noch nicht sehr viel. Wie auch, wenn die Alternative nicht ohne die Aufgabe des Kapitalismus zu haben ist. Wer denkt denn (heute) so etwas überhaupt noch? Und dann auch noch radikal? > Die uns bekannte > Marktwirtschaft ruht auf den drei Säulen Vollbeschäftigung, Wachstum > und Geldwertstabilität, und im Kern geht es um das Produzieren von > Waren, (die Erweiterung der ungeheuren Warenansammlung...), und das > Konsumieren von Waren, und rundherum gibt es allerlei dieses > Warenumlaufsystem unterstützende oder auch sonstige wichtige oder > unwichtige Dienstleistungen. Im Kern geht es um die Verwertung von (abstrakter) Arbeit. Abstrakt ist die Arbeit, weil sie von dem konkreten Gegenstand abgelöst ist. Es ist egal, womit ich meine Brötchen oder meinen Profit mache. Peer Production braucht konkrete Arbeit - es ist eben nicht egal in welchem Peer-Production-Projekt ich mich engagiere. Die Verwertung (abstrakter) Arbeit funktioniert immer schlechter - weswegen die Finanzblasen aufgeblasen werden müssen. Glücklicherweise wächst das Rettende auch... > Wenn nun das Produzieren der Waren in > grossem Umfang von Automaten erledigt wird, und nicht mehr von damit > beschäftigten Menschen, tut sich da offenbar eine dramatische Lücke > auf in der tragenden Statik dieses Systems... das ist ja alles > vollkommen klar und unbestritten, denke ich. Hier ja. Aber außerhalb von Oekonux... > Aber was ist eben der Ansatz, da einen Ausweg zu finden, ohne auf > Maschinenstürmerei zurückzugreifen, und ohne hinter das erreichte > Niveau von Lebensstandard, von Güterausstattung zurückzufallen: ...oder sich über Geldtricksereien wie z.B. Schwundgeld der Illusion hinzugeben, dass es doch irgendwie noch mit Tausch gehen könnte. Das ist aus meiner Sicht seit ca. 20 Jahren die schlimmste Seuche auf unserem Sektor... > ich > denke eben nur diese technische Möglichkeit, Gebrauchsgüter > hochmaschinell und in hoher Qualität herzustellen, ohne dass sie als > Waren auf Märkten getauscht werden müssen. > > Ich will das hier nicht weiter ausmalen, ich denke wir sind uns da im > Prinzip einig. Ich fange gerade an, mich in Eure über die Jahre > geführten Debatten einzulesen, und finde Dein Dorf-Wiki Projekt, > Franz, ganz hoch interessant, und auch Deine Einschätzung des "Weges" > den die Dinge sich suchen und bahnen müssen, da bin ich ganz d'accord, > das geht nicht ganz plötzlich und grossartig revolutionär, niemand hat > da ein geniales Konzept in der Tasche, und das muss sich eben alles > langsam entwickeln und sich bewähren, es braucht seine Zeit und > Reife. Diese nun auf Ökonux diskutierten Ideen sind z B nach meinem > Eindruck ein ganz wichtiger Baustein, den es vor 10 Jahren jedenfalls > in einer breiteren Öffentlichkeit oder Debatte so ja noch nicht gab, > und ich denke das wird auch zu einer konsolidierten Theoriebildung z B > in der Ökonomie oder den Gesellschaftswissenschaften führen. Das wäre natürlich toll, wenn wir da einen größeren Beitrag leisten könnten. Aber ich sehe durchaus immer mal wieder, dass die Oekonux-Diskussion doch einige Leute zum Nachdenken gebracht hat. Das finde ich gut :-) . > Und genau dieses Prinzip, dass idealerweise jeder Konsument, > jeder Güterverbraucher direkten Zugriff auf so eine > Produktionsmaschine hat, um sich "sein" Objekt der Begierde von dieser > Maschine herstellen zu lassen, ist die Voraussetzung dafür (unter > anderen!), dass diese Maschinen als Helfer auftreten können auf der > geschichtlichen Bühne, und eben nicht als "Kollateralschaden" oder > Schadenstifter. Ich denke nicht, dass jeder alles selber direkt herstellen können muss. Ich sehe keinen fundamentalen Grund, warum es kein Verteilsystem für materielle Güter geben darf. Grüße Stefan
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