Re: [ox-de] Wert etc.
Hans-Gert Gräbe <hgg-/a/s/[email protected]> Sun, 30 May 2010 21:36:18 +0200
| Newsgroups | gmane.politics.oekonux.german |
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| Message-ID | <[email protected]> |
Hallo Ludger, Am 05/28/10 12:20, schrieb [email protected]: > Es gibt bis heute keine ökonomische Theorie, die sowohl Sättigung als > auch den "technischen Fortschritt" in ihr Modell einbinden kann, wird > einfach ausgeblendet. J. M. Keynes war ja einer der ganz wenigen die > das nicht gemacht haben, und der hat ja für die 1970er Jahre genau > das vorausgesagt, was ja dann auch genau eingetreten ist, und was bei > Konicz sehr schön beschrieben ist: allmähliche Marktsättigung auf den > wichtigen und die Entwicklung treibenden Märkten, und allmählich fing > das damals an dass die Prozessinnovationen ("Rationalisierungen") die > Produktinnovationen überholt haben, ergo: Fall der Profitrate, und > (relativ) immer weiter steigende Arbeitslosigkeit, und daher immer > grösserer Druck auf die Löhne. Es gibt hierzu einen interessanten Aufsatz von Franz Naetar: "Commodification", Wertgesetz und immaterielle Arbeit, siehe http://www.grundrisse.net/grundrisse14/14franz_naetar.htm > ... sondern aus solchen Maschinen, die "selber" überhaupt kein > "Fachwissen" mehr haben müssen, sondern einfach so ein STL-File > abarbeiten, das aber dieses ganze know-how enthalten muss das > notwendig ist, um irgendein taugliches "Gut", einen > Gebrauchsgegenstand, herzustellen. Natürlich befinden wir uns mit > dieser Technologie ganz am Anfang, natürlich ist das alles noch weit > weg, natürlich müssen diese Maschinen gepflegt und gewartet und vor > allem auch gebaut werden, aber diese Technologie ist - finde ich - > der "Keim" sozusagen für was Neues, und m. E. genau dieses neue > Produktionsmittel das der Kapitalismus sich ausbrüten muss, um eine > neue; "höhere" Form der Organisation und Vergesellschaftung zu > verwirklichen. Das - und die Netz-Technologie zur > Vergesellschaftung, sowie natürlich die Software zur Steuerung - ist > das Rettende, Ist dies nicht eine weitere Windung in der Entfremdung? Stünden wir damit nicht als Menschen einer gigantischen "Produktionsmaschine" gegenüber, deren Logik uns zunehmend unverständlich wird, und die zuletzt, wie HAL in "Odyssee 2000", eines Tages feststellt, dass es einen groÃen Störfaktor im System gibt, diesen Menschen mit seinen dauernd wechselnden Bedürfnissen, ohne den alles viel glatter ginge? Die vielfache Reflexion dieser Thematik in der SF-Literatur (und nicht nur dort - Weizenbaum "Macht der Computer, Ohnmacht der Menschen") scheint deinen Visionen nicht im Weg zu stehen ... Das Prozessieren von Konfliktlinien bleiben bei deiner Betrachtung ganz auÃen vor. > und dazu gehören dann sicher auch Menschen mit einem "neuen" > Bewustsein: die eben in der Lage sind über den Tellerrand zu schaun, > also auf das Ganze, die verantwortlich denken können, Die vor allem verantwortlich *handeln* können. Dazu müsste aber deutlich werden, was das überhaupt heiÃt - jenseits der für meinen privaten Konsum "gefabberten" Sachen. > Erst wenn diese Technik da ist, macht es Sinn drüber nachzudenken > dass man sowas - z B Herstellen von Fahrrädern - als > gemeinschaftliches Projekt angehen könnte - hat bei einer > konventionellen Fabrik hätte es eben keinen Sinn! Spannender wäre es, wenn das Herstellen *und* Reparieren von Fahrrädern und vielleicht noch das Recyceln alter Fahrräder, also die Reproduktion der "Fahrradinfrastruktur" als Ganzes in den Fokus käme. Zum Beispiel in einem kommunalen Fahrradzentrum. Ansätze dafür gibt es allerdings schon heute und unter den Bedingungen dieser "einzig am Profit orientierten Gesellschaft" (?) - übrigens durchaus auch bei komplexeren Produkten wie z.B. StraÃenbahnen, wo ein Reparaturbetrieb zum Produzenten wird, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Leoliner Die Dynamiken dessen, was dir mit den RepRaps vorschwebt, sind längst und *innerhalb* dieser Gesellschaft im Gange. Viele GrüÃe, Hans-Gert ________________________________ Web-Site: http://www.oekonux.de/ Organisation: http://www.oekonux.de/projekt/ Kontakt: [email protected]