Re: [ox-de] keimform.de: Wie es den Kapitalismus zum Commonismus treibt
Stefan Nagy <public-Rkx4Xfb3x/[email protected]> Thu, 10 Mar 2011 20:34:11 +0100
| Newsgroups | gmane.politics.oekonux.german |
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| Message-ID | <1299785651.1870.163.camel@rosa> |
--=-/aD0+5nIYQDCi0QmbDOM Content-Type: text/plain; charset="UTF-8" Content-Transfer-Encoding: quoted-printable Hallo Franz, > Warenproduzentinnen sind nun mal Kapitalistinnen, nenns doch beim Namen. Ich bin mir nichtmal bei ihrer Bezeichnung als 'WarenproduzentInnen' sicher, weil sich im Laufe des Transformationsprozesses ja ihre Rolle, ihre gesellschaftliche Einbettung und damit ihr gesamter Charakter ver=C3=A4ndert. Beide Begriffe, Kapital(istInnen) und Ware(nproduzentInnen), beziehen sich f=C3=BCr mich eigentlich auf eine spezifische gesellschaftliche Konstellation. Es macht f=C3=BCr diese Kategorien eventuell einen riesigen Unterschied, ob wir von einer Gesellschaft reden, deren Reichtum (wie im ersten Satz des 'Kapital') als "ungeheure Warensammlung" beschrieben werden kann oder nicht =E2=80=93 sie ergeben vielleicht nur in Bezug auf ei= ne solche Gesellschaft wirklich Sinn. Ihr Charakter =C3=A4ndert sich in andere= n Kontexten vielleicht derart, dass man nicht mehr von derselben Kategorie sprechen kann. Der Begriff 'KapitalistInnen' ist da noch viel fraglicher: Ist z.B. die Aneignung von Mehrwert im Rahmen dieser Produktionseinheiten mit "Ausgabeger=C3=A4t"-Charakter denknotwendig? Ich bin mir da nicht so sicher= =E2=80=93 relativ fix ist f=C3=BCr mich ja lediglich, dass gewisse Arbeiten externe Anreize voraussetzen. Der Warenbegriff erscheint mir als zumindest etwas weniger Komplex und kontextgebunden als der Kapitalbegriff=E2=80=A6 > Grunds=C3=A4tzlich gbt es verschiedene Wege hier nach L=C3=B6sungen zu su= chen. >=20 > * Stefan Merten forciert die freien Potentiale aktiver Professionalit=C3= =A4t, > er vertraut drauf dass die Leute die einen Job und eine Existenz haben mi= t > der Bildung und Duldung ihrer "Atbeitgeber" sich freien Projekten zuwende= n > und die Resultate im internen Prozess ihren Firmen zukommen lassen.... >=20 > * Meine L=C3=B6sung sind die "Globalen D=C3=B6rfer", quasi "Reproduktions= inseln" > im kapitalistischen Alltag, die schon nach einer demonet=C3=A4ren Logik > funktionieren und daher dauerhaft intellektuelle Kapazit=C3=A4ten freiste= llen > k=C3=B6nnen und sich an globalen Entwickler- und DesignConnunities beteil= igen > k=C3=B6nnen (Kloster-Metapher). Hier gibt es Ans=C3=A4tze wie Marcin Jaku= bowskis > "Global Village Construction Set", aber die laufen sehr Low Tech und > absolutistisch. Und sie finden im Bereich schon existierender physischer > Communities kaum Resonanz. >=20 > Nur wenn die Communities gen=C3=BCgend Eigenmacht und Stabilit=C3=A4t bes= itzen, > werden Warenproduzenten auch auf siesetzen. Das ist unser "Realparadox" > das wir zu l=C3=B6sen haben., Nach meinem Verst=C3=A4ndnis ist der prim=C3=A4re "Hebel" wie gesagt die Herstellung von Transparenz in Bezug auf Produktionsprozesse =E2=80=93 soba= ld die in einem Bereich besteht, ist grunds=C3=A4tzlich einmal Verhandelbarkei= t hergestellt. 'Verhandelbarkeit' hei=C3=9Ft f=C3=BCr mich zun=C3=A4chst einm= al nur, dass (entlang von Sinnkritierien gef=C3=BChrte) Auseinandersetzungen =C3=BCber d= ie jeweiligen Prozesse erm=C3=B6glicht sind. Auf Grundlage solcher Auseinandersetzungen k=C3=B6nnen dann weitergehende Dynamiken entstehen. Zum Zweck des Experimentierens in diese Richtung hab ich mit einem Freund vor einiger Zeit ein Textildruck-Projekt gegr=C3=BCndet & in Bezug a= uf diesen Bereich (in dem wir auch als Warenproduzent auftreten) m=C3=B6chte i= ch in den n=C3=A4chsten Jahren versuchen, einerseits weitestgehende Transparen= z herzustellen, andererseits an m=C3=B6glichst vielen bestehenden Communities (wie beispielsweise der Open Clipart Library, der Wikipedia, dem derzeit leider toten Wikichains-Projekt etc., aber auch den Umfeldern der CleanClothes-Kampagne u.=C3=A4.) anzudocken, um das jeweils Geschaffene f= =C3=BCr einander nutzbar zu machen=E2=80=A6 =E2=80=93 und schauen was passiert ;) > Komm doch mal bei mir in Wien vorbei. Es gibt genug Entwicklungsarbeit un= d > =C3=9Cberzeugungsarbeit zu leisten. Gern :) Wenns mal gerade ein bisschen weniger stressig bei mir ist als derzeit =E2=80=93 gerne! Liebe Gr=C3=BC=C3=9Fe, Stefan. --=20 E-Mails signieren & verschl=C3=BCsseln! -> https://ueberwachungsdruck.org/argumentieren -> https://ueberwachungsdruck.org/e-mail -> http://de.wikipedia.org/wiki/GNU_Privacy_Guard Mein =C3=B6ffentlicher OpenPGP-Schl=C3=BCssel: -> http://stefan-nagy.at/public-key.asc --=-/aD0+5nIYQDCi0QmbDOM Content-Type: application/pgp-signature; name="signature.asc" Content-Description: This is a digitally signed message part -----BEGIN PGP SIGNATURE----- Version: GnuPG v1.4.10 (GNU/Linux) iEYEABECAAYFAk15J7EACgkQiORgA3WuZIY5fQCdHN2zjgbVNIqXyS/TR2J+qscY ZlEAmwayknZe3jfGH3ja7sFaTBxb+4nh =g3bI -----END PGP SIGNATURE----- --=-/aD0+5nIYQDCi0QmbDOM-- ________________________________ Web-Site: http://www.oekonux.de/ Organisation: http://www.oekonux.de/projekt/ Kontakt: [email protected]