[ffii] FFII: Bananen ans BMJ
Christian Cornelssen <[email protected]> Fri, 25 Feb 2005 05:22:32 +0100
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Februar 2005 -- Unter dem Motto "Keine Bananenrepublik - keine Softwarepatente - B-Punkt jetzt!" gehen zur Zeit bundesweit Pakete mit Bananen und Protestbannern an das Bundesministerium der Justiz. Gleichzeitig wird Verbraucherschutzministerin Renate K=FCnast aufgefordert, der drohenden Verabschiedung eines Richtlinienentwurfs durch den Rat der EU am Montag, den 28. Februar, entgegen zu treten. Anlass ist das Vorhaben des Ministerrates der EU, am Montag einen Standpunkt zur geplanten EU-Softwarepatent-Richtlinie zu verabschieden, der den Interessen der meisten Mitgliedsstaaten zuwider l=E4uft und der gegen die Beschl=FCsse sowohl des Europ=E4ischen Parlamentes als auch gegen Resolutionen der Parlamente von f=FCnf EU-Mitgliedsstaaten einschlie=DFlich des Deutschen Bundestages gerichtet ist. Kritiker weisen dem Ratstext nach, dass er =FCber zahlreiche Hintert=FCren breite Ausschlussrechte auf reine Software nach US-amerikanischem Vorbild erm=F6gliche und damit einer innovationsgef=E4hrdenden Durchsetzungspraxis zu Gunsten amerikanischer und japanischer Konzerne und zu Lasten kleinerer europ=E4ischer Unternehmen Vorschub leiste. Dem in Deutschland federf=FChrenden BMJ werfen die Absender der Bananen vor, dass dessen Ignoranz aller parlamentarischen Beschl=FCsse und das Festhalten an einem unlegitimierten Richtlinienentwurf an die Zust=E4nde in einer Bananenrepublik erinnere. Bereits am 15. Februar hatten Demonstranten in einer Kundgebung vor dem BMJ sich dieses Motivs bedient und die Aufnahme von Verhandlungen im Rat der EU gefordert. <img src=3D"http://bb.ffii.org/demo0502/photos/photo3.jpg"> Gro=DFe Version: <img src=3D"http://bb.ffii.org/demo0502/photos/photo3b.jpg"> Christian Cornelssen vom F=F6rderverein f=FCr eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII) e.V., kommentiert: "Es ist leider immer noch n=F6tig, das BMJ daran zu erinnern, dass unser Parlament in seiner von allen Fraktionen getragenen Entschlie=DFung die Richtlinie in dieser Form ablehnt und entscheidende Verbesserungen auf Ratsebene anmahnt. Dies kann nur geschehen, wenn die Richtlinie als B-Punkt verhandelt wird. Damit es dazu =FCberhaupt kommen kann, muss am Montag der A-Punkt von der Tagesordnung genommen werden." Aufgrund des Widerstandes aus einer Reihe von EU-Mitgliedstaaten fehlt dem Entwurf des Rates mittlerweile die n=F6tige qualifizierte Mehrheit, um als "Gemeinsamer Standpunkt" verabschiedet zu werden. Dennoch hat die EU-Ratspr=E4sidentschaft mehrmals versucht, den Text vom 18. Mai als so genannten "A-Punkt" auf die Tagesordnung zu setzen, d.h. als Text, der ohne weitere Diskussion und ohne ausdr=FCckliche Abstimmung angegenommen werden k=F6nne. Gew=E4hlt wurde daf=FCr stets ein Treffen der Minister eines fachfremden Ressorts, etwa der Landwirtschafts- und Fischereiminister, wie es auch am Montag wieder der Fall sein soll. Bislang scheiterten die Versuche daran, dass aufmerksame Minister darauf bestanden, die Verabschiedung des nicht mehr legitimierten Entwurfs von der Tagesordnung entfernen zu lassen. Seit dem 17. Februar 2005 liegt der Europ=E4ischen Kommission ein Beschluss des Europ=E4ischen Parlaments vor mit dem Antrag, das Gesetzgebungsverfahren zur umstrittenen Richtlinie komplett neu zu starten. Damit w=FCrde auch der umstrittene Ratstext bedeutungslos werden. Am Abend des gleichen Tages hat der Deutsche Bundestag einstimmig eine interfraktionelle Entschlie=DFung verabschiedet, welche erhebliche M=E4ngel im Ratstext feststellt und die Bundesregierung zur Korrektur dieser M=E4ngel auffordert. Die Abgeordneten aller Fraktionen begr=FC=DFen den Neustartantrag des Europ=E4ischen Parlaments und fordern von der Bundesregierung, insbesondere vom federf=FChrenden Bundesministerium der Justiz unter Brigitte Zypries, eine Abkehr von dem bisherigen Ratstext und eine Erwirkung der n=F6tigen Korrekturen auf Ratsebene. Trotz des stetig gewachsenen Widerstandes aus den EU-Mitgliedsstaaten hat der Rat der EU bislang nicht zu einer Neuverhandlung des Entwurfs gefunden. Stattdessen soll nach dem Willen der luxemburgischen Ratspr=E4sidentschaft am n=E4chsten Montag ein erneuter Versuch gestartet werden, den Entwurf vom Mai 2004, der weniger Unterst=FCtzung genie=DFt als je zuvor, ohne erneute Diskussion durch fachlich nicht zust=E4ndige Minister verabschieden zu lassen. Die deutsche Delegation wird von der gr=FCnen Verbraucherschutzministerin Renate K=FCnast geleitet. Nach dem Willen der Unterst=FCtzer der Parlamentsbeschl=FCsse soll sie wie zuvor die Minister anderer L=E4nder daf=FCr sorgen, dass der A-Punkt des unlegitimierten Entwurfs von der Tagesordnung entfernt wird. =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D= =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D= =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D Kontakt =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D= =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D= =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D * Jan Wildeboer, [email protected], +49-174-7917833 * Christian Cornelssen, [email protected], +49-160-3831686 * Stephan Uhlmann, [email protected], +49-170-4225008 =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D= =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D= =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D =DCber den FFII -- http://www.ffii.org =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D= =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D= =3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D=3D Der FFII ist ein in M=FCnchen eingetragener gemeinn=FCtziger Verein f=FCr Volksbildung im Bereich der Datenverarbeitung. Der FFII unterst=FCtzt die Entwicklung =F6ffentlicher Informationsg=FCter auf Grundlage des Urheberrechts, freien Wettbewerbs und offener Standards. =DCber 500 Mitglieder, 1200 Firmen und 70000 Unterst=FCtzer haben den FFII mit der Vertretung ihre Interessen im Bereich der Gesetzgebung zu Software-Eigentumsrechten beauftragt. --9iyR+p8Z2cn535Lj Content-Type: application/pgp-signature Content-Disposition: inline -----BEGIN PGP SIGNATURE----- Version: GnuPG v1.4.0 (GNU/Linux) iD8DBQFCHqgIPnwEZx+SxukRAhkOAJ4kVLnQSnv/jZbQV1DzkYJsrL2sqACgnv70 Lj7r/L6W0uwvJ21MUZ/dbuY= =gaCr -----END PGP SIGNATURE----- --9iyR+p8Z2cn535Lj-- --===============0673798652== Content-Type: text/plain; charset="iso-8859-1" MIME-Version: 1.0 Content-Transfer-Encoding: quoted-printable Content-Disposition: inline _______________________________________________ Nachrichtenverteiler neues = (un)subscribe via http://petition.ffii.org/ [email protected] http://lists.ffii.org/mailman/listinfo/neues --===============0673798652==--