[ffii] FFII ehrt Microsoft für die "Beste Kamp agne gegen die OOXML-Standardisierung"
Geza Giedke <[email protected]> Mon, 01 Oct 2007 17:36:19 +0200
| Newsgroups | gmane.org.ffii.neues |
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| Message-ID | <[email protected]> |
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FFII ehrt Microsoft f=FCr die "Beste Kampagne gegen die
OOXML-Standardisierung"
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=DCbersetzung der englischen FFII-Pressemitteilung 'FFII awards Microsoft
"Best Campaigner against OOXML Standardization' prize"
http://press.ffii.org/Press_releases/FFII_awards_Microsoft_%22Best_Campaign=
er_against_OOXML_Standardization%22_prize
Br=FCssel, 1. Oktober 2007 -- Microsoft selbst ist der =DCberraschungssieger
des "Kajak-Preises 2007", den der F=F6rderverein f=FCr eine Freie
Informationelle Infrastruktur (FFII) im Rahmen seiner erfolgreichen
Kampagne <NO>OOXML f=FCr die Ablehnung von Microsofts Office Open XML
(OOXML) Standardisierungsbem=FChungen ausgelobt hat. Der
Software-Monopolist wird f=FCr die "Beste Kampagne gegen die
OOXML-Standardisierung" geehrt.
Am 3. September gab die Internationale Organisation f=FCr Normung (ISO)
bekannt, dass Microsofts Vorschlag keine ausreichende Unterst=FCtzung
erhalten hat. Die ISO wird nun die eingereichten Kommentare begutachten
und im Februar 2008 eine abschlie=DFende Entscheidung treffen.
FFII-Pr=E4sident Pieter Hintjens erl=E4utert: "Allein h=E4tten wir das nie
geschafft. Microsoft versuchte mit aller Macht, seinen Vorschlag
durchzusetzen und ging sogar soweit, die Standardisierungsgremien in
Schweden, D=E4nemark, der Schweiz, Portugal, Italien und anderen L=E4ndern
mit Strohm=E4nnern aufzuf=FCllen. Aber indem es derart auf Zustimmung zu
seinem Vorschlag dr=E4ngte, zeigte Microsoft der Welt, wie schlecht der
vorgeschlagene Standard ist. Gute Standards haben diese Art von Druck
nicht n=F6tig. Insgesamt reichten die beteiligten L=E4nder =FCber zehntause=
nd
Kommentare ein, ein neuer Weltrekord bei einer ISO-Abstimmung. Microsoft
hat heldenhaften - und kostspieligen - Einsatz gezeigt, um seinen
eigenen Vorschlag zu diskreditieren - daf=FCr sind wir ihnen aufrichtig
dankbar."
Der Monopolist kann das Preisgeld in H=F6he von 2.500 Euro abz=FCglich der
Registrierungsgeb=FChr von 12 Euro f=FCr die noooxml.org Domain beim
Vorstand des FFII abholen. FFII-Vize Alberto Barrionuevo erg=E4nzt: "Die
Kampagne hat uns fast nichts gekostet, alles lief =FCber diese Website.
Daher sind wir mit einer symbolischen Kostenerstattung zufrieden.
Mehrere Anw=E4rter auf den Kajak-Preis wollten keine finanzielle Belohnung
f=FCr ihren Einsatz. Sollte Microsoft den Preis nicht bald entgegennehmen,
werden wir das Geld einem Fonds f=FCr die peruanischen Erdbebenopfer spende=
n."
F=FCr die Petition gegen OOXML hat der FFII bislang fast 50.000
Unterschriften aus =FCber 100 L=E4ndern gesammelt. Hintjens merkt an: "OOXML
ist noch nicht tot, aber es ist stark diskreditiert. Microsoft hat eine
letzte Chance die Konstruktionsfehler zu beheben, die Patentprobleme zu
l=F6sen und im Februar einen sauberen Entwurf zu pr=E4sentieren. Wir
erwarten allerdings, dass sie blo=DF kosmetische Korrekturen vornehmen und
daf=FCr umso st=E4rker auf die Annahme des Entwurfs dr=E4ngen werden. Das i=
st
gerade der schlechteste Ansatz und wird viele Regierungen vor den Kopf
sto=DFen und damit m=F6glicherweise das Ende des weltweiten Monopols f=FCr
Office-Software einl=E4uten.
Hintergrundinformationen
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Die ISO-Mitgliedsorganisationen begannen das Schnellverfahren zur
Aufnahme von Microsofts 6000-Seiten OOXML-Spezifikation trotz der
Probleme des Formats, vor denen der FFII in einem Offenen Brief im
Januar 2007 gewarnt hatte. Unter anderem schadet Microsofts Vorschlag
der Akzeptanz des bestehenden ISO 26300 Standards (OpenDocument), der
beinahe dieselbe Funktionalit=E4t in nur 700 Seiten abdeckt und von fast
der gesamten Softwareindustrie au=DFer Microsoft akzeptiert wird.
Der Standard-Entwurf enth=E4lt aus Sicht des FFII schwerwiegende Probleme.
OOXML ist ein Minenfeld voll unbekannter Patente und nicht
ver=F6ffentlichter oder unvollst=E4ndiger Lizenzbedingungen, die eine
unabh=E4ngige Umsetzung unm=F6glich oder sehr riskant machen. Das
Reverse-Engineering des Verhaltens alter, abgeschotteter
Microsoft-Programme und -Formate w=E4re weiterhin unvermeidlich. Zudem
spezifiziert das Format altbekannte peinliche Fehler, die z.B. 1900 zum
Schaltjahr machen.
Links
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* Ank=FCndigung des Kajak-Preises 2007
https://de.ffii.org/wiki/PmNOOXML070627De
* Unregelm=E4=DFigkeiten im OOXML Standardisierungsprozess (engl.)
http://www.noooxml.org/irregularities
* Petition "NO OOXML" gegen OOXML als ISO-Standard
http://www.noooxml.org/petition-de
* Link zu dieser Pressemitteilung
https://de.ffii.org/wiki/PmKayakPreis2007071001De
Kontakt
-------
Benjamin Henrion
FFII Br=FCssel
+32-2-414 84 03
+32-484-566109
bhenrion at ffii.org
(Franz=F6sisch/Englisch)
FFII Deutschland
de-help (at) ffii.org
+49-89-18979927
http://www.ffii.de/
=DCber den FFII
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Der FFII ist ein in mehreren europ=E4ischen L=E4ndern eingetragener
gemeinn=FCtziger Verein, der die Entwicklung =F6ffentlicher
Informationsg=FCter auf Grundlage des Urheberrechts, freien Wettbewerbs
und offener Standards unterst=FCtzt. =DCber 850 Mitglieder, 3.500
Unternehmen und 100.000 Unterst=FCtzer haben den FFII beauftragt, ihre
Interessen bez=FCglich Eigentumsrechten im Bereich der Datenverarbeitung
zu vertreten.
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