Re: ITU will IPv6 Adressraum

"Niels Dettenbach" <[email protected]> Sat, 27 Feb 2010 18:06:12 +0100
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> die ITU will da seit geraumer Zeit mitspielen.
Gern, im IP aber bitte auf den bisherigen OSI Layern wie bisher...

Bisher konnte die ITU weder darstellen, wo und warum ihr Konzept eine Verbe=
sserung der IST-Situation bietet, noch sehen die wenigsten LIRs oder User e=
inen konkreten Bedarf f=FCr ein solches "paralleles" System.

> was nat=FCrlich Quatsch ist...
Wenn Du meinst...

Ich verstehe jedenfalls nicht, warum IPs nach oder von Staaten organisiert =
werden sollen bzw. worin der Vorteil f=FCr die Enduser bestehen soll. Staat=
en sind (abgesehen von einigen zweifelhaften Gebilden in manch Bananenstaat=
) weder Netzwerkbetreiber noch Kommunikationsanbieter.

Eine Vielzahl von Staaten ist von einer Liberalisierung bzw. Demonopolisier=
ung der lokalen Telco-Branche immer noch weit weg - vor allem in der von de=
r ITU im Vorschlag "addressierten" Dritten Welt agieren nicht selten korrup=
te, monopolisierte - von der Regierung direkt "beg=FCnstigte" Telcos. Die I=
TU hat diese Entwicklung bisher m.E. eher beg=FCnstigt als beseitigt, auch =
wenn sie ihre Arbeit zumindest nach technischen Gesichtspunkten (Standardis=
ierung usw.) wohl recht ordentlich gemacht hat.

Zwar leben wir in Deutschland, aber selbst hier haben wir Politiker, die im=
 Internet eher eine "Gefahr" als Instrument der Meinungsfreiheit sehen und =
hierauf gern mehr Einflu=DF - auf welchen Ebenen auch immer - gewonnen sehe=
n w=FCrden.

(Ich erinnere mich noch an die staatlichen Verbote von Kryptographie, welch=
e damals u.a. einen S=FCdafrikaner reich gemacht haben. Meldepflicht f=FCr =
"Datenkommunikation" gab es ja auch mal...)

Eine z.B. staatlich kontrollierte Vergabepraxis von Adressraum oder schon e=
ine geografische Zuordnung b=F6te - auf verschiedensten neuen Ebenen - mehr=
 "politischen Einflu=DF" auf diesen und weckt damit u.U. Begehrlichkeiten, =
die selten im Sinne der Endnutzer sein d=FCrften. Der Staat vielleicht gar.=
 als "Verwalter des Internets" - wozu?

> ... KMU ...
M.W. vergibt z.B. der RIPE Adressraum allein nach Bedarf. Eine Unterscheidu=
ng zwischen juristischer oder nat=FCrlicher Person erfolgt kaum - so jedenf=
alls meine Erfahrung. Es gibt auch eine ganze Reihe Teilnehmer ohne vollst=
=E4ndige Anschrift - u.a. auch, weil eine solche (z.B. aus politischen oder=
 soziokulturellen Gr=FCnden) weder vorhanden noch nachweisbar ist.

Mag sein das z.B. der RIPE "lediglich" ein gemeinn=FCtziger Verein nach nie=
derl=E4ndischem Recht ist - immerhin aber wird er von denen getragen, die d=
as Internet weltweit aufgebaut haben bzw. es "betreiben". Es st=FCnde ebens=
o jedem frei, ein eigenes Netz / Protokoll aufzubauen - m=F6glicherweise wi=
rd er dazu sogar seine Anwender finden.

> Beg=FCnstigung...
Eine Struktur aus zwei weitgehend verschiedenen bis gegens=E4tzlichen Syste=
men halte ich pr=E4destiniert f=FCr die Ausbildung neuer, propriet=E4rer wi=
e kommerzialisierter Produkte / Dienste.

Immerhin arbeitet der RIPE - so jedenfalls wohl die Meinung der meisten Mit=
glieder - weitestgehend transparent f=FCr die =D6ffentlichkeit, w=E4hrend d=
ie ITU m.E. "traditionell" gern Politik hinter den T=FCren machte. =


> Wettbewerb...
Halte auch ich f=FCr wichtig - ebenso allerdings auch Transparenz und Unabh=
=E4ngigkeit von politischen Befindlichkeiten einzelner L=E4nder.

> ...Kosten...
Seit letztem/diesem Jahr hat der RIPE - gegen teils kr=E4ftigen Widerstand =
- Geb=FChren f=FCr PI Space eingef=FChrt um vor allem m=F6glichst alte PI-L=
eichen nach und nach ans Licht bringen zu k=F6nnen. Die Geb=FChren f=FCr LI=
Rs werden j=E4hrlich neu nach alloziiertem Adressraum gestaffelt festgesetz=
t.

Mag sein, das die Geb=FChren f=FCr manchen - vor allem lokal monopolistisch=
en - Adressraumnutzer "Peanuts" und aus der Sicht einiger daher zu niedrig =
sind.

RIPE & Co. - vor allem deren Policies - waren und sind sicher nicht immer o=
hne Kritik gewesen, dennoch wollen interessanterweise bisweilen nur die wen=
igsten RIR-Member oder Nutzer ein paralleles System paralleler Policies. Au=
ch der RIPE musste gelegentlich "learning by doing" betreiben und ich halte=
 es f=FCr fraglich, das die ITU die Historie besser gemeistert h=E4tte.

Inwieweit die ITU =FCbrigens den "Durchbruch" f=FCr IPv6 mit ihren neuen Po=
licies bringen wird, bleibt dahingestellt. Eine transparente, konkrete Darl=
egung gegen=FCber den ISPs / IP Teilnehmern, die dies erl=E4utern wie beleg=
en k=F6nnte blieb bisher aus.

Btw:
Ich kann mich an einige Protokolle und Policies aus CS Netzen erinnern, die=
 carrier=FCbergreifend mit =E4hnlichen Problemen behaftet waren wie die, di=
e die ITU mit ihren "Erfahrungen" heute im IP "abschaffen" zu wissen glaubt=
 (Bsp. SS7 / BGP-Filter).

Mit der UN habe ich im =DCbrigen kein Problem (wollte ich nur gesagt haben)=
...

Cheers,


Niels.

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